Aktienmarkt überschäumender Optimismus nährt Skepsis

Frankfurt (aktiencheck.de AG) – Optimismus allerorten – da wird mancher Analyst hellhörig, so die Deutsche Börse AG.

Starke Zuversicht gelte nämlich als Zeichen für eine Überhitzung. Auch die immer weiter steigenden Rohstoffpreise würden für Zurückhaltung sorgen: Der Ölpreis sei in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit September 2008 wieder über die Marke von 100 US-Dollar geklettert, auch die Preise anderer Rohstoffe wie Weizen, Zucker, Baumwolle oder Kupfer hätten zuletzt neue Höhen erreicht.

Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) sei derweil zwischenzeitlich auf ein neues Zweieinhalbjahreshoch bei 7.226,64 Zählern gestiegen, auf Wochensicht habe er ein Plus von 1,6 Prozent verzeichnet. Am Montagmorgen liege das deutsche Aktienbarometer bei 7.264 Punkten knapp 1 Prozent im Plus. Der Nikkei (ISIN XC0009692440/ WKN 969244) sei mit 10.543 Zählern positiv aus dem Handel gegangen.

Technisch gesehen hätten die Korrekturrisiken für die europäischen und amerikanischen Aktienmärkte zugenommen, meine jedenfalls ein technischer Analyst von der BHF-Bank. Zwar bestehe weiterhin ein Widerspruch zwischen der Charttechnik mit durchaus positiven Signalen und der Indikatorentechnik, die stärkste Verkaufssignale liefere. Das Bild habe sich in den vergangenen Wochen aber in Punkto Marktbreite verschlechtert. „So wurde das neue 12-Monats-Hoch des EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) von Anfang Februar nur noch von wenigen Branchenindices in Europa bestätigt“, merke der Analyst an.

Klaus Stabel von ICF Kursmakler sei da weniger skeptisch: „Der DAX hat seine 200-Tage-Linie bislang um 12,5 Prozent überschritten. In der Regel wird es erst „kritisch“, wenn sich der aktuelle Kurs um über 20 Prozent von seinem Durchschnitt nach oben entfernt.“ Solange das noch nicht der Fall sei, bestehe vor allem bei den bisher unterdurchschnittlich gelaufenen Aktien noch eindeutig Nachholbedarf.

Die Helaba habe angesichts der besser als erwartet laufenden Konjunktur ihre Kursziele für die führenden Aktienindices nach oben angepasst, per Jahresende erwarte sie dennoch nur 6.200 Punkte beim DAX. „Für die kommenden Monate rechnen wir mit einer ausgedehnten Konsolidierung bei Aktien und raten daher zu einer defensiveren Portfolioausrichtung“, erkläre Markus Reinwandt. Angesichts der inzwischen erreichten Spitzenwerte bei den Stimmungsindikatoren habe sich erhebliches Enttäuschungspotenzial aufgebaut. Zudem hätten die Erwartungen an die Unternehmenszahlen im laufenden und kommenden Jahr ambitioniert und sehr revisionsanfällig gewirkt.

Neben wichtigen Unternehmenszahlen aus der Industrie mit ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000), ArcelorMittal (ISIN LU0323134006/ WKN A0M6U2) und Bankenwelt mit UBS (ISIN CH0024899483/ WKN UB0BL6) und CS Group (ISIN CH0012138530/ WKN 876800) seien die kommenden Tage eher arm an Veröffentlichungen. Im Mittelpunkt stünden vermutlich die Auftragseingänge der Industrie und die Industrieproduktion in Deutschland sowie die Verbraucherstimmung der Universität Michigan. (07.02.2011/ac/a/m)

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