DAX Kursrückgang bereitet keine Sorgen

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Auch unter den lange skeptischen technischen Analysten hat sich mittlerweile Optimismus breit gemacht, so die Deutsche Börse AG.

Dass der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) vergangene Woche über die 7.000er-Marke gesprungen sei und sich locker darüber halte, sei ein gutes Zeichen. Der schwache Wochenauftakt bereite den Charttechnikern kein Kopfzerbrechen. Der freie technische Analyst Stefan Salomon bezeichne die Gewinnmitnahmen nach dem kräftigen Anstieg als „normal“, die Grundstimmung sei weiter positiv. „Deutlich negativ wäre erst ein Fall unter 6.912 Punkte.“ Als Kursziel nenne Salomon 7.300 Punkte, im weiteren Verlauf des ersten Halbjahres sei ein Anstieg bis 7.600 Punkte machbar. BNP Paribas gehe, nach der Konsolidierung, von einer Fortsetzung der Rally über 7.200 Zähler aus, und zwar in Richtung 7.600 Punkte, dem Hoch aus dem Jahr 2011.

Wie ein technischer Analyst der BHF-BANK erläutere, habe das Überschreiten der Marke von 7.000 Punkten ein charttechnisches Kaufsignal ausgelöst. „Seitdem ist der Optimismus deutlich gestiegen, wie Stimmungsumfragen zeigen. Viele Anleger haben ihre Zurückhaltung aufgegeben“, erkläre der technische Analyst und spreche von einer „kleinen Kaufpanik“. Um einen Fehlausbruch nach oben habe es sich aber wohl nicht gehandelt, darauf deute die Tatsache hin, dass sich der DAX über der Marke halte.

„Dennoch wird es nicht ohne Korrekturen weiter nach oben gehen.“ der technische Analyst der BHF-BANK prognostiziere vielmehr für die kommenden Wochen eine Seitwärtsbewegung des DAX in der Spanne zwischen 6.950 und 7.200 Punkten. Ein Fall unter 6.950 Zähler sei kritisch. „Dann wäre es doch ein Fehlausbruch gewesen.“ Der Charttechniker sehe ohnehin auch Warnzeichen: „Etwa bestätigen die Umsätze den Aufwärtstrend nicht mehr.“ Diese seien zuletzt, anders als noch im Januar, nicht mehr gestiegen. Auch zyklische Aktien wie Rohstoffwerte seien zurückgeblieben.

Jana Meier von HSBC Trinkaus & Burkhard zeige sich noch zuversichtlicher. „Solange die aktuelle Bewegung nicht zurück unter die entscheidende Haltezone im Bereich von rund 7.000 Punkten führt, ist lediglich von einem konstruktiven Kräftesammeln auszugehen.“ Die Haltezone setze sich dabei aus der Kurslücke vom 14. März bei 7.028 zu 7.020 Punkten sowie verschiedenen Tiefpunkten vom April, Juni und Juli 2011 bei 6.992/6.996 Punkten zusammen und werde durch das Hoch vom 21. Februar bei 6.971 Punkten verstärkt. „Unterhalb dieser Unterstützungen droht sich die Konsolidierung rasch bis in den Bereich der 38-Tages-Linie bei aktuell 6.837 Punkten und dem seit November 2011 dominierenden Aufwärtstrend bei aktuell 6.806 Punkten fortzusetzen.“

Vorerst gehe Meier aber davon aus, dass es sich bei der jüngsten Korrektur lediglich um eine Atempause handle. „Diese sollte mit einem erfolgreichen Sprung über das bisherige Jahreshoch bei 7.194 Punkten endgültig beendet sein.“ In diesem Fall könne sich der DAX wieder getrost den Herausforderungen auf der Oberseite stellen. „So wird wohl das Augenmerk zunächst den Hochs vom Juli und Februar 2011 bei 7.383/7.442 Punkten gelten, gefolgt von 7.524/7.600 Punkten.“

Die Anlegerstimmung habe sich gegenüber der Vorwoche wieder deutlich abgekühlt, wie die Umfrage der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren zeige. Nachdem der Bull/Bear-Index vor einer Woche einen großen Satz nach oben auf 63,9 Punkte gemacht habe, rutsche er nun wieder auf 51,7 Punkte ab und liege damit nur noch ganz knapp oberhalb der 50er-Marke, die Optimisten von Pessimisten trenne. Das Bärencamp habe wieder ordentlich Zuwachs bekommen: Satte 10 Prozent der Befragten seien übergelaufen, mittlerweile mache das Lager der Pessimisten wieder 38 Prozent der Befragten aus. 41 Prozent würden auf steigende Kurse setzen. Bei den Technologiewerten sei ebenfalls die Skepsis gewachsen: Hier sinke der Bull/Bear-Index von 67,1 auf 56,4 Punkte.

Der Bull/Bear-Index messe das Maß an Optimismus im Markt. Dafür würden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte würden eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger zeigen. (21.03.2012/ac/a/m)

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