DAX leicht im Minus

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Vom Enthusiasmus der ersten Septemberhälfte war in der vergangenen Woche nicht mehr viel zu spüren, auch wenn zum Wochenschluss viele Indices noch neue Höchststände markierten, so die Deutsche Börse AG.

Klar sei: Die Dynamik habe nachgelassen. Die Ernüchterung werde sich nach Einschätzung vieler Analysten wohl auch in dieser Woche fortsetzen. Trübsal blasen sei allerdings auch nicht angesagt, mit größeren Einbrüchen würden die wenigsten rechnen.

Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900), der am Freitag auf ein neues 14-Monatshoch von 7.478 Punkten geklettert und nur leicht darunter aus dem Handel gegangen sei, notiere am Montagmorgen bei 7.432 Punkten ganz leicht im Minus. Der Euro habe in der Vorwoche wieder nachgegeben und werde aktuell zu 1,2937 US-Dollar gehandelt.

Laut Landesbank Berlin gehe weiterhin hohe Unsicherheit von der Politik aus. „In den USA rückt die Präsidentenwahl im November immer näher, und auf Eurolandebene stehen bedeutende Weichenstellungen in der Schuldenkrise unmittelbar bevor.“ Der Weg in eine stärkere Integration werde keinesfalls gradlinig verlaufen, das zeige bereits das Gezerre um die gemeinsame Bankenaufsicht. „Zudem schüren die im Frühjahr 2013 anstehende Wahl in Italien sowie Spekulationen um einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland Unsicherheit.“

Schwierig bleibe zudem das konjunkturelle Bild. „Sowohl die ZEW-Konjunkturerwartungen als auch die Einkaufsmanagerindices stiegen zwar stärker als erwartet, sprechen aber weiterhin für einen konjunkturellen Abschwung.“ Auch aus China, Japan und den USA kämen überwiegend Enttäuschungen. „Damit fehlt den Aktienmärkten unverändert ein stimulierendes Makroumfeld.“ Die Analysten würden die Korrekturgefahr daher weiterhin für hoch halten.

Nach Ansicht von Bernd Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg sei mit einer größeren Korrektur bis zum Jahresende allerdings nicht zu rechnen, dazu seien viel zu viele Anleger unterinvestiert. „Dies lässt sich gut am Bull/Bear-Sentiment von Cognitrend ablesen“, erläutere der Analyst. „Zeitpunkte mit starkem Pessimismus bildeten stets gute Einstiegsgelegenheiten.“

Für den Kursanstieg seien offenbar längerfristig operierende Anleger, vor allem aus dem Ausland, verantwortlich. „Die großen angelsächsischen Fonds haben ihre negative Einschätzung von Aktien der Eurozone in den letzten Monaten revidiert.“ Sie würden diese Papiere so schnell nicht wieder hergeben, Neueinsteiger müssten daher tendenziell steigende Preise zahlen. „Diese sentimenttechnisch günstige Konstellation dürfte bis zum Jahreswechsel bestehen“, resümiere Fernow.

Ein technischer Analyst der BHF-Bank weise darauf hin, dass etliche Indices wie DAX, FTSE 100 (ISIN GB0001383545/ WKN 969378) oder MSCI World in Reaktion auf die Maßnahmen von EZB und FED in den vergangenen Tagen ihre mittel- bis langfristigen Abwärtstrendlinien nach oben durchstoßen hätten. „Bei allen drei Indices reicht die Abwärtstrendlinie bis in das Jahr 2007 zurück“, erläutere der technische Analyst. Kurz danach sei der Kursanstieg allerdings ins Stocken geraten. „Unseres Erachtens besteht dadurch die Gefahr eines Fehlausbruchs.“ Besonders gefährdet sei der britische FTSE 100. „Erst eine Fortsetzung des Anstiegs nach Überschreiten der Abwärtstrendlinien würde die negativen Signale etlicher technischer Indikatoren außer Kraft setzten.“

In der neuen Woche würden die Börsianer wieder einmal eine Zahlenflut erwarten: Interessieren dürften vor allem die US-Auftragseingänge für langlebige Güter, die US-Verbraucherausgaben sowie der Einkaufsmanagerindex Chicago. Höhepunkte in Deutschland seien das ifo-Geschäftsklima sowie neueste Inflations- und Arbeitslosenzahlen. (24.09.2012/ac/a/m)

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