Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Die US-Notenbank hat das Anleihetauschprogramm “Operation Twist” um 267 Mrd. USD ausgeweitet, da sich das Wachstum am Arbeitsmarkt abgeschwächt hat, so die Analysten der Helaba.
Zudem würden die globale Konjunkturabschwächung und vor allem die europäische Schuldenkrise die dortige Wirtschaftsentwicklung bedrohen. Die EWU-Krise greife um sich und inzwischen stelle sich die Frage, ob deutsche Staatsanleihen den Status eines sicheren Hafens noch genießen würden. Die Renditen seien in den vergangenen Wochen trotz zum Teil enttäuschender Konjunkturzahlen gestiegen -ein Zeichen dafür, dass Marktteilnehmer ein steigendes Risiko für die Stabilität Deutschlands eskomptieren würden.
Die Wahrscheinlichkeit neuer finanzieller Belastungen sei gestiegen, unter anderem wegen des auf EU-Hilfeangewiesenen spanischen Bankensektors und des Anliegens Griechenlands, mehr Zeit für die Rückzahlung fälliger Schulden zu bekommen. Gleichzeitig hätten sich die Konjunkturperspektiven eingetrübt – spätestens mit der Veröffentlichung der ZEW-Umfrage. Sorgen kämen auf, dass sich die Bundesrepublik bei der Bewältigung der Schuldenkrise übernehme, und diese Sorgen würden mit jeder Konjunkturzahl zunehmen, die unterhalb der Erwartungen liege.
Heute stünden die vorläufigen Einkaufsmanagerindices zur Veröffentlichung an, und da diese – im Gegensatz zum ifo-Geschäftsklimaindex und zur ZEW-Umfrage – in den vergangenen Monaten bereits deutliche Rückgänge verzeichnet hätten, halte man Werte unterhalb der Konsensschätzung für wenig wahrscheinlich. (21.06.2012/ac/a/m)


