Markttechnik Dämpfer in Sicht

Frankfurt (aktiencheck.de AG) – Auch heute sind die Vorzeichen an der Börse Frankfurt überwiegend positiv, der Leitindex DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) liegt am Mittag bei 7.077 Punkten unverändert zum Vortag, so die Deutsche Börse AG.

Zumindest für die nächsten Tage seien Markttechniker weiter bullish. Danach würden sie mit erst mal mit einer Korrektur rechnen. Auch die Anlegerstimmung bleibe zwar gut, steige aber nicht weiter.

In Bezug auf den DAX habe der Markttechniker Wieland Staud von Staud Research zwei Seelen in seiner Brust. „Der Markt hat eine starke Widerstandskraft, ich kann mir nicht vorstellen, dass das so mir nichts dir nicht aufhört.“ Außerdem würden sich Trends eher fortsetzen als dass sie sich umkehren würden. Es gebe aber auch Hinweise, dass der Markt, der sich seit September nach oben bewege, kurzfristig korrigiere. Staud glaube aber nicht, dass das langfristig freundliche Szenario dadurch nicht gefährdet werde und erwarte einen optimistischen Jahresauftakt.

Zum anderen hätten Intermarket-Daten wie der Eurodollar dies angedeutet. „Der Eurodollar, der meist positiv mit den Aktienmärkten korreliert, ist seit seinem Stand von 1,4280 am 4. November schwach.“ Heute liege das Währungspaar bei 1,3174. Der technische Analyst der BHF-Bank erkläre, dass der Eurodollar seit ein bis zwei Jahren die Richtung des Aktienmarktes vorwegnehme.

Zum Jahreswechsel 2009/2010 mit einem schwachen Eurodollar im Dezember und einer Delle am Aktienmarkt im Februar habe eine ähnliche Situation vorgelegen, ebenso beim Tief Anfang Juni für die Währung, bzw. Juli für Aktien. „Eigentlich ist ein schwacher Euro gegenüber dem US-Dollar stützend für den DAX, der starke US-Dollar belastet jedoch den US-amerikanischen Aktienmarkt, was insgesamt stärker wirken sollte.“

Andere eher voraus laufende Indices wie der Bovespa, der Hangseng und die chinesischen Indices hätten in dieses Szenario gepasst, weil sie technisch bereits ziemlich angeschlagen seien, schließe der Analyst.

Einen interessanten Vergleich ziehe Henning Gebhardt, Fondsmanager bei der DWS, in seiner Kolumne in der Börse Online. Er sehe eine Analogie zur Asienkrise. Die Tigerstaaten Thailand, Malaysia und Indonesien hätten lange gebraucht, um sich von den Folgen der Asienkrise zu erholen und Investoren hätten in ihren Depots auf die als Urlaubsdestinationen eher unattraktiven Länder wie Taiwan oder Südkorea ausweichen müssen.

„Auch in Europa werden Anleger vorerst vermutlich nur Urlaub in den Ländern der Euro-Peripherie machen und eher in den nordischen Ländern investieren“, schreibe Gebhardt. Seiner Ansicht nach seien die Bewertungen von Aktien mit Blick auf 2011 nach wie vor im historischen Kontext günstig und er empfehle, dass derjenige, der noch nicht im Aktienmarkt investiert sei, über ein Investment in einen Dividendenfonds nachdenken sollte. „Dividendenaktien bleiben im Vergleich zu Anleihen weiterhin attraktiv und bieten gleichzeitig einen defensiveren Zugang in den Aktienmarkt.“

Mit 67,2 Prozent absolutem Optimismus für DAX-Aktien würden Investoren weiterhin überwiegend mit steigenden Kursen rechnen, jedoch lediglich 1 Prozent der Befragten sei gegenüber der Vorwoche auf den Bullenzug aufgesprungen. Ebenso viele seien short gegangen. Vom TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) erhoffe man sich mit bei einem Stand des Bull/Bear-Index von 72,9 Prozent anscheinend mehr. Immerhin 7 Prozent seien frisch eingestiegen.

Der Bull/Bear-Index messe das Maß an Optimismus im Markt. Dafür würden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte würden eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger zeigen. (22.12.2010/ac/a/m)

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