Hamburg (www.aktiencheck.de) – Alexander Braun, Analyst der Montega AG, bewertet die mybet-Aktie (ISIN DE000A0JRU67/ WKN A0JRU6) weiterhin mit dem Votum “kaufen”.
mybet habe gestern die Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht und anschließend einen Conference Call abgehalten. Die Guidance sei präzisiert worden. Für das Geschäftsjahr 2012 gehe der Vorstand von einem EBIT (bereinigt um den Buchgewinn aus dem Verkauf des Lottogeschäfts) in Höhe von 1,3 bis 2,3 Mio. Euro aus (zuvor: EBIT in der Ragen von -4 Mio. Euro bis +4 Mio. Euro). Auch für 2013 zeige sich das Unternehmen optimistisch und gehe von einer kontinuierlichen Erhöhung der Profitabilität aus.
Bemerkenswert sei, dass mybet trotz der Dekonsolidierung des Lottogeschäfts (Umsatz in diesem Segment yoy – 1,8 Mio. Euro) die Topline in Q1 um rund 20% habe steigern können. Der Grund hierfür sei eine äußerst dynamische Entwicklung im Segment Sportwetten. Hier sei der Umsatz im Vorjahresvergleich um 92% auf 7,4 Mio. Euro gestiegen.
Damit habe das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2012 – trotz Wegfall des rentablen Lottogeschäfts seit Mai und einer Ausweitung der Marketing Aktivitäten im Rahmen der EM 2012 – gesteigert werden können. Bereinigt um den Sondereffekt habe mybet ein leicht positives EBIT erzielt (+40 Tsd. Euro in H1/2012), im Vorjahr sei noch ein Verlust von 142 Tsd. Euro angefallen. Insofern würden die Zahlen unterstreichen, dass sich die Fokussierung auf Sportwetten für mybet bereits heute auszahle.
Der Buchgewinn durch den Verkauf des Lottogeschäfts (7,7 Mio. Euro) werde als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, dieses hätten die Analysten entsprechend in ihren Prognosen angepasst (ursprünglich sei ein Betrag von 9 Mio. Euro im Finanzergebnis berücksichtigt worden). Die Betting Tax hätten die Analysten deutlich reduziert (-0,9 Mio. Euro in 2012), da mybet diese offensichtlich an die Kunden weitergeben werde. Auch für die Folgejahre hätten sie die Wettsteuer reduziert.
Die Umsatzprognosen hätten die Analysten wegen der starken Dynamik im Sportwettensegment unverändert gelassen, obwohl die Weitergabe der 5%igen Wettsteuer tendenziell einen negativen Effekt auf den Spieleinsatz habe (reduziere den Nettoeinsatz der Kunden).
Die leichte Erhöhung der Ergebnisprognose (EBIT 2012e neu: 1,7 Mio. Euro, alt: 1,3 Mio. Euro) sei im Wesentlichen auf den Betting Tax-Effekt zurückzuführen. Daneben hätten die Analysten Anpassungen beim CAPEX vorgenommen, was die gesunkenen Investitionen im Lotto Segment reflektiere. Insgesamt würden die Prognoseanpassungen zu einem leicht erhöhten Kursziel von 2,20 Euro (zuvor: 2,00 Euro) führen.
mybet habe starke Zahlen vorgelegt, insbesondere der Umsatzsprung im Sportwettensegment sowie die starke Neukundengewinnung und die hohe Aktivitätsrate würden für die nächsten Quartale optimistisch stimmen. Durch den Verkauf des Lottogeschäfts verfüge das Unternehmen über ausreichend liquide Mittel, um auch mittelfristig das Wachstum zu sichern. Ein möglicher Umbau der lokalen Wettshops hin zum Eigenbetrieb (derzeit vollständig als Franchise Konzept) könnte zudem die Marge weiter steigen lassen.
Die Analysten der Montega AG bestätigen ihre Kaufempfehlung für die mybet-Aktie bei einem leicht erhöhten Kursziel von 2,20 Euro. Damit biete die mybet-Aktie derzeit ein Upside Potenzial von fast 80%. (Analyse vom 16.08.2012) (16.08.2012/ac/a/nw)
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