Streik in der norwegischen Ölindustrie könnte eskalieren

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Der anhaltende Streik in der norwegischen Ölindustrie, ein schwächerer USD und freundliche Aktienmärkte geben den Ölpreisen Unterstützung, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Die enttäuschenden US-Lagerdaten würden allerdings dafür sorgen, dass sich die Preiszuwächse in Grenzen halten würden. Die streikbedingten Ausfälle der Ölproduktion in Norwegen würden sich ausweiten. Nach Angaben des Verbandes der Ölindustrie würden sich die Produktionsverluste mittlerweile auf 240.000 Barrel pro Tag belaufen, was 15% der norwegischen Ölproduktion entspreche.

Ein baldiges Ende des seit letzten Sonntag andauernden Ausstands sei nicht in Sicht, da die norwegische Regierung nicht in den Konflikt über das Renteneintrittsalter der 7.000 Arbeiter in der Öl- und Gasindustrie eingreifen wolle. Am morgigen Freitag würden die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter über eine Ausweitung des Streiks beraten wollen. Die Ölkonzerne könnten dann mit einer Aussperrung reagieren, um die Regierung zum Eingreifen zu zwingen. Bislang sei es aufgrund des Streiks noch nicht zu tatsächlichen Lieferausfällen gekommen. Dies dürfte sich aber ändern, wenn der Streik weiter eskaliere.

Die US-Rohöllagerbestände seien in der vergangenen Woche um 133.000 Barrel zurückgegangen und damit deutlich weniger als erwartet. Der geringe Lagerabbau sei auch deswegen enttäuschend, weil deutlich niedrigere Importe, eine gestiegene Rohölverarbeitung und eine gesunkene Ölproduktion für einen stärkeren Lagerabbau gesprochen hätten. Der US-Ölmarkt bleibe somit reichlich versorgt, was den WTI-Preis belasten sollte. (28.06.2012/ac/a/m)

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