Vorstandsinterview: Neue Anleiheemission ist ein langfristiger Baustein im Finanzierungsmix der NZWL Gruppe

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) – Vorstandsinterview: Neue Anleiheemission ist ein langfristiger Baustein im Finanzierungsmix der NZWL Gruppe

Die Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH (NZWL) ist ein international tätiger Hersteller von Motor- und Getriebeteilen (Zahnräder, Synchronisierungen, Wellen), Getriebebaugruppen und komplett montierten Getrieben für die Automobilindustrie. Die NZWL-Gruppe hat mehr als 100 Jahre Erfahrung im Getriebebau. Das Unternehmen mit Sitz in Leipzig produziert wesentliche Teile für ein Direktschaltgetriebe diverser Hersteller. Als weltweiter Hauptlieferant von Synchronisierungen für Doppelkupplungsgetriebe in Großserien agiert die NZWL-Gruppe bei ca. 90% ihrer Aufträge als Alleinlieferant. Zu den wichtigsten Kunden im PKW-, Transporter- und Nutzfahrzeug-Bereich gehören Unternehmen der Automobilmarken Volkswagen, AUDI, SEAT, Skoda, Daimler, Nissan und BMW.

Die NZWL betreibt derzeit neben ihrem Stammsitz in Leipzig auch einen Standort im slowakischen Ort Sučany. Darüber hinaus wurde im Oktober 2014 über die Schwestergesellschaft NZWL International im chinesischen Tianjin die erste asiatische Produktionsstätte fertiggestellt.

Die NZWL plant aktuell die Emission einer neuen Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A13SAD4, WKN: A13SAD) mit einem Volumen von bis zu 25 Mio. Euro und einer Laufzeit von sechs Jahren (17.02.2015 bis 17.02.2021 (ausschließlich)) sowie einem Kupon von 7,50% p.a. Der Ausgabepreis beträgt 100% und die Stückelung 1.000 Euro. Die Zeichnungsfrist beginnt am 9. Februar 2015 und endet am 13. Februar 2015 (vorzeitige Schließung vorbehalten).

anleihencheck.de führte ein Interview mit Herrn Dr. Hubertus Bartsch, dem CEO der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH:

aktiencheck.de: Die Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH plant derzeit die Emission einer zweiten Unternehmensanleihe. Warum haben Sie sich erneut für diese Form der Finanzierung des Unternehmenswachstums entschieden?

Dr. Bartsch: Wir sehen eine Anleihe als langfristigen Baustein im Finanzierungsmix. Da wir bereits mit unserer ersten Anleihe sehr gute Erfahrungen gemacht hatten, haben wir uns in Abstimmung mit unseren Partnern DICAMA und Steubing erneut für diese Finanzierungsform entschieden. Aus unserer Sicht eignet sich eine Anleihe mit Endfälligkeit einfach sehr gut für unser Geschäftsmodell als Automobilzulieferer mit einer üblichen Investitionsphase von bis zu 2 Jahren und anschließender Amortisation über 3 bis 4 Jahre. Beide Fälligkeitstermine 2019 und 2021 passen optimal in unsere Finanzplanung.

aktiencheck.de: Wofür soll der Erlös aus der neuen Anleihe konkret verwendet werden?

Dr. Bartsch: Mit den frischen Mitteln wollen wir das beschleunigte Wachstum in Europa und China finanzieren. Deshalb sollen ca. 40% des Nettoemissionserlöses als Darlehen zur Finanzierung der Erweiterung des Produktionsstandortes in Tianjin, China, sowie als Working Capital der Tochtergesellschaft der NZWL International ausgereicht werden. Für die Finanzierung von Erweiterungsinvestitionen, Prozessinnovation und -diversifikation an den europäischen Standorten haben wir ca. 45% der zufließenden Mittel eingeplant. Die verbleibenden ca. 15% sind für den Ausbau der Wertschöpfungskette durch anorganisches Wachstum vorgesehen.

aktiencheck.de: Creditreform Rating hat jüngst das Unternehmensrating der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH von „BB-“ auf „B+“ herabgestuft. Inwieweit könnte diese Abstufung Ihrer Meinung nach die aktuelle Anleiheemission negativ beeinflussen?

Dr. Hubertus Bartsch: Diese Anpassung um eine Stufe hat ja ihre Ursache in der neuen Anleihe. Immerhin verdoppeln wir unser ausstehendes Gesamt-Anleihevolumen auf 50 Mio. Euro, eine Vollplatzierung vorausgesetzt. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Investoren das Gesamtbild betrachten. Denn die neuen Mittel dienen ja der reinen Wachstumsfinanzierung. Dabei sprechen wir nicht von geplanten oder erhofften Umsätzen, sondern von vertraglich bereits fest vereinbarten Umsätzen ab 2017 von zusätzlich rund 17 Mio. Euro pro Jahr in Europa bei NZWL und weiteren 10 Mio. Euro pro Jahr in China bei der produzierenden Tochtergesellschaft der NZWL International. Wir haben in den vergangenen Jahren eine sehr stabile Umsatz- und Ertragsentwicklung gezeigt. Deshalb sind wir optimistisch, dass sich unsere Kennzahlen kontinuierlich verbessern werden.

aktiencheck.de: Welche Sicherheiten bietet die neue NZWL-Anleihe den Anlegern?

Dr. Bartsch: Die Covenants beinhalten eine Negativverpflichtung auf Finanzverbindlichkeiten, eine Positivverpflichtung sowie eine Kontrollwechsel- und Drittverzug-Klausel. Darüber hinaus gibt es eine Verschuldungsbegrenzung (Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA: <6,5 in 2015, <5,9 ab 2016) und eine Ausschüttungsbegrenzung auf maximal 25% des HGB-Jahresüberschusses. Zudem ist die Veräußerung von Vermögensteilen insofern beschränkt, als der Wert der veräußerten Vermögensgegenstände 50% der konsolidierten Bilanzsumme nicht übersteigen darf. Erwähnen möchte ich noch, dass unsere Unternehmensgruppe bis zu dieser zweiten Anleiheemission nahezu frei von jeglichen Covenants gegenüber Banken war. Wir wollen unseren Investoren auf diese Weise eine noch komfortablere Ausgangslage für ihr Investment bieten.

aktiencheck.de: Wie steht die NZWL-Gruppe derzeit im gesamtwirtschaftlichen Umfeld da?

Dr. Bartsch: Wir verfügen über eine wirtschaftlich gesunde, stabile Basis und hervorragende Perspektiven. Dass unsere Strategie richtig ist, zeigt sich nicht zuletzt in den zusätzlichen mehrjährigen Aufträgen, die 2014 in Europa an die NZWL-Gruppe und in China an die produzierende Tochtergesellschaft der NZWL International vergeben wurden. Dadurch sehen wir in beiden Märkten ein beschleunigtes Unternehmenswachstum.

Unsere Erwartungen werden auch durch die Wachstumsprognosen für die Automobilbranche gestützt. In einer aktuellen Studie wird für Europa ein jährliches Wachstum des Produktionsvolumens von 2,1% von 2013 bis 2021 prognostiziert. In Greater China soll der jährliche Zuwachs im gleichen Zeitraum bei 5,0% liegen. Als international tätiger Produzent von Weltmarktprodukten stimmen uns diese Prognosen sehr zuversichtlich.

aktiencheck.de: Sind Sie mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden?

Dr. Bartsch: Absolut, denn 2014 ist es uns gelungen, in allen drei Produktbereichen unsere Single-Sourcer-Stellung zu bestätigen und wesentliche operative Fortschritte zu erzielen. Wir konnten dabei unsere Wachstumsstrategie deutlich schneller umsetzen als wir es ursprünglich Anfang 2014 geplant hatten. So konnten wir früher als erwartet den zweiten Produktbereich (Zahnräder und Wellen) erfolgreich in die Großserie überführen, nachdem uns dies zuvor mit dem Produktbereich Synchronisierungen gelungen war.

aktiencheck.de: Was spricht für die erfolgreiche Fortsetzung der Wachstumsstory der NZWL-Gruppe?

Dr. Bartsch: Wir haben in der Vergangenheit kontinuierlich geliefert, was sich beim Umsatz und Ertrag klar nachvollziehen lässt. Hinzu kommt das beschleunigte Wachstum 2014 sowohl in Europa als auch in China. Diese Entwicklung spiegelt sich deutlich in den Auftragsbüchern wider. In Europa kamen für NZWL mehrjährige Neuaufträge hinzu – ebenso wie in China für die produzierende Tochtergesellschaft der NZWL International. In beiden Fällen werden sich die ersten Umsätze voraussichtlich bereits 2016 realisieren. Darüber hinaus finden in China aussichtsreiche Auftragsverhandlungen zum weiteren Ausbau des China-Geschäftes statt. Unabhängig von diesen Effekten und den zusätzlichen Potenzialen aus der neuen Großserien-Kompetenz bei Zahnrädern und Wellen sind wir auch in der Vergangenheit schon meist mit Raten von über 5% jährlich gewachsen.

aktiencheck.de bedankt sich für dieses Interview und wünscht der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH viel geschäftlichen Erfolg. (06.02.2015/ac/e/a)

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