Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Gleich drei wichtige Zentralbanken lockerten gestern ihre Geldpolitik, so die Analysten der Helaba.
Überraschend – nicht vom Ausmaß – aber vom Zeitpunkt sei die Senkung des Leitzinses durch die Chinesische Zentralbank um 0,31% auf 6,0% gewesen. Erwartungsgemäß dagegen habe die Bank von England das Anleihekaufvolumen um 50 Mrd. GBP auf 375 Mrd. GBP erhöht. Die Europäische Zentralbank habe den Leitzins erstmals unter die 1%-Marke gesenkt. Wie erwartet liege der Reposatz nun bei 0,75%. Der Einlagenzins sei ebenfalls um 25 Basispunkte reduziert worden und liege nun bei null.
Die anhaltende Staatsschulden- und Bankenkrise belaste nach Ansicht der Zentralbanker den konjunkturellen Ausblick und einige von der EZB gesehene Risiken hätten sich materialisiert. Informationen darüber, ob die EZB erneut Peripheriestaatsanleihen kaufen möchte, habe es nicht gegeben. Auch habe eine klare Aussage zu der Möglichkeit neuer Langfristtender der EZB gefehlt.
In Europa richte sich das Interesse heute zunächst auf die Produktionszahlen in Spanien und Deutschland. Marktseitig gelte die meiste Aufmerksamkeit jedoch dem US-Arbeitsmarktbericht. Der Beschäftigungsreport des Arbeitsmarktdienstleisters ADP sei besser ausgefallen als erwartet und deute im Juni einen anhaltenden Stellenaufbau an. Das Plus im Monatsvergleich habe mit 176,000 Stellen leicht oberhalb des Mai-Wertes von rev. +136,000 gelegen. Insofern dürfte auch der offizielle Arbeitsmarktbericht ein Stellenplus aufweisen. Die Konsensschätzung von knapp 90,000 nach 69,000 erscheine insgesamt nicht ambitioniert. (06.07.2012/ac/a/m)


