Aktienmarkt: Konsolidierung abwarten

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Die Kursentwicklung bei den international führenden Aktienindices verläuft inzwischen wesentlich differenzierter, als dies über weite Strecken des vergangenen Jahres der Fall war, so die Analysten der Helaba.

Während die japanischen, britischen und US-amerikanischen Börsenbarometer gegenüber dem Jahresultimo mit hohen einstelligen Kurszuwächsen glänzen würden, würden DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) und EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) kurzfristig etwas den Anschluss zu verlieren drohen. Dabei hätten gerade die konjunkturellen Frühindikatoren aus dem Euroraum zuletzt mehrheitlich positiv überraschen können, während die Daten aus den USA und Großbritannien hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Auch Japan habe bislang nicht gerade mit positiven Wirtschaftsdaten glänzen können. Was also zeichne diese Aktienmärkte aus? Sowohl die amerikanische als auch die japanische Notenbank würden gegenwärtig einen expansiveren Kurs als die EZB steuern, die zuletzt eher eine abwartende Haltung eingenommen habe. Zudem hätten die jeweiligen Währungen gegenüber dem Euro zum Teil deutlich abgewertet.

Anders als noch vor wenigen Monaten werde ein starker Euro nicht länger als Zeichen einer Deeskalation der Euro-Schuldenkrise und damit positiv für Euro-Titel interpretiert. Vielmehr werde die Aufwertung des Euro inzwischen als Wachstumsrisiko gesehen. Die Tatsache, dass gegenwärtig offenbar ein Verteilungskampf um internationale Marktanteile über die Währungsseite ausgefochten werde, spreche, trotz zunehmender Lichtblicke in der Weltkonjunktur, nicht gerade für eine hinreichend stabile Wachstumsperspektive.

Dass Aktien in der Breite den zum Teil recht steilen Anstieg der vergangenen Monate ungebremst fortsetzen würden, sei somit wenig wahrscheinlich. Vielmehr dürfte der einfache Teil der Rally inzwischen hinter uns liegen, so die Analysten der Helaba. Schließlich sei die übertrieben hohe Risikoaversion des vergangenen Jahres mittlerweile abgebaut. Die implizite Aktienmarktvolatilität als klassisches Angstbarometer bewege sich gegenwärtig am unteren Rand der Spanne der letzten fünf Jahre. In Liquidität gehaltene Parkpositionen institutioneller Investoren seien weitgehend aufgelöst worden. Der Anteil in Aktien übergewichteter Anleger habe zuletzt annähernd die Spitzenniveaus früherer Zyklen erreicht.

Nachdem somit die Rotation zugunsten von Aktien offensichtlich weitgehend vollzogen sei, dürfte erst einmal der notwendige Schwung fehlen, um die unmittelbar bevorstehenden alten Höchststände bei S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0), Dow Jones Industrials (ISIN US2605661048/ WKN 969420) und DAX in einem Zuge zu überwinden. Im Sinne der Kontraindikation spreche der ausgeprägte Optimismus weiter Anlegerkreise vielmehr dafür, dass die weltweit führenden Aktienindices zunächst eine Konsolidierungsphase durchlaufen würden, ähnlich wie dies bei DAX und EURO STOXX 50 bereits in Ansätzen zu beobachten sei.

Mittelfristig würden jedoch die global sehr expansive Geldpolitik, steigende konjunkturelle Frühindikatoren und damit einhergehend zumindest stabile Gewinnperspektiven für wieder höhere Notierungen bei Dividendentiteln sprechen. Mögliche Schwächephasen sollten daher selektiv zum Positionsausbau genutzt werden. (14.02.2013/ac/a/m)