Aktienmärkte bleiben volatil, aber es geht aufwärts

Boston (www.aktiencheck.de) – 2013 bleiben wir für Aktien optimistisch, so die Experten von MFS Investment Management.

Die üblichen gesamtwirtschaftlichen und politischen Probleme dürften aber in der ersten Jahreshälfte auch zu Rückschlägen führen. Entscheidend für den positiveren Langfristausblick der Experten seien die stärkere Konjunktur, die weniger negativen Konsens-Gewinnrevisionen, die attraktiven Bewertungen und die für Aktien weiterhin günstige Geld- und Fiskalpolitik.

Die Konjunkturindikatoren würden darauf hindeuten, dass die Rezession überwunden sei und sich die Wirtschaft erhole – wenn auch nur mäßig. Dem amerikanischen Wohnimmobilienmarkt komme hierbei eine große Bedeutung zu; die Anzahl der Neubaubeginne sei ebenso gestiegen wie die Hauspreise. Dies stärke den Konsum. In Europa seien die Konjunkturindikatoren zwar noch immer schwach, doch dürften sie aufgrund der geringeren Extremrisiken Mitte 2013 ihren Tiefpunkt hinter sich lassen.

Auch in China gehe es voran. Das Wachstum lege zu, und die Lagerbestände hätten ihren Tiefststand fast erreicht. All dies spreche für eine wachsende Endnachfrage. Unternehmensinvestitionen würden sich wieder lohnen. Das stütze die Gewinnerwartungen für 2013. Für steigende Unternehmensgewinne spreche auch, dass sich das Verhältnis von Aufwärts- zu Abwärtsrevisionen verbessere und der Anteil negativer Gewinnrevisionen in vielen konjunktursensitiven Sektoren abnehme.

Die Märkte würden weiter attraktiv bewertet erscheinen – sowohl gemessen am absoluten als auch am konjunkturbereinigten Kursgewinnverhältnis. Aufgrund der steigenden Binnennachfrage und des Kreditwachstums würden die USA für langfristige Investoren zwar attraktiv bleiben, doch die anhaltende Diskussion über die Schuldenobergrenze und staatliche Sparmaßnahmen würden auf kurze Sicht das Aufwärtspotenzial begrenzen.

Trotz der von der EZB initiierten Kursrally seien die meisten europäischen Aktien im internationalen Sektorvergleich noch immer um 20 bis 30% unterbewertet, was aus Sicht der Experten für zusätzliche Investitionen in Europa spreche. Da die europäischen Konjunkturindikatoren wahrscheinlich schon bald nicht mehr weiter fallen würden, erwarte man insbesondere bei konjunktursensitiven Qualitätstiteln eine bessere Performance (etwa aus dem Investitionsgüter-, dem Energie- und dem Konsumgütersektor).

Mit Fortschritten rechne man schließlich auch in den Emerging Markets, die gegenüber Industrieländer-Aktien zurzeit um 20% unterbewertet seien. Vor der Krise habe die Unterbewertung nur 5 bis 10% betragen. Insbesondere für Asien seien die Experten wieder optimistischer, da diese Region am stärksten von einer wachsenden Nachfrage Chinas profitiere. Ein höheres Wachstum in Japan bleibe unterdessen eher Wunschdenken, zumal der starke Japanische Yen die Wettbewerbsfähigkeit weiter schwäche. Eine expansivere Geldpolitik könne die japanische Währung zwar abwerten lassen, doch spreche wenig für langfristige Fortschritte.

Alles in allem würden die Experten für 2013 ein Gewinnwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Bereich erwarten. Angesichts der derzeitigen Dividendenrenditen von 3% seien aber dennoch hohe einstellige Erträge möglich, ohne dass die KGVs steigen müssten. Aufgrund der vergleichsweise schwachen Erholung und der anhaltenden politischen Unsicherheiten setze man langfristig weiter auf Qualitätstitel. Man gehe davon aus, dass sie aufgrund ihrer berechenbareren Gewinne und hohen Dividendenrenditen auch in Zukunft überdurchschnittlich hoch bewertet sein würden. Man solle in 2013 also durchaus mit kleineren Turbulenzen rechnen, aber man solle dabei nicht vergessen, dass es am Ende wohl wieder aufwärts gehe. (21.01.2013/ac/a/m)