Angebot bei Platin und Palladium verknappt sich weiter

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Die spekulativen Finanzanleger haben ihre Netto-Long-Positionen bei Platin und Palladium in der Woche zum 22. Januar um knapp 11% bzw. 14% jeweils auf Rekordniveaus ausgeweitet, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Damit dürften die Finanzinvestoren auf die Ankündigung des weltgrößten Platinproduzenten, Anglo American Platinum (ISIN ZAE000013181/ WKN 856547), reagiert hätten, seine Produktion um 400 Tsd. Unzen zu kürzen. Nach den streikbedingten Lohnzugeständnissen im vergangenen Jahr seien viele Minen in Südafrika unrentabel geworden. Die geplante Entlassung von bis zu 14.000 Arbeitern werde allerdings für 60 Tage ausgesetzt, um mit der Regierung und den Gewerkschaften über einen Personalabbau zu verhandeln.

Unterdessen habe Johnson Matthey (ISIN GB0004764071/ WKN 855808), der weltweit größte Verarbeiter von Platin und Palladium, seine Schätzungen zur Marktbilanz bei Platin präzisiert. Demnach habe der globale Platinmarkt im letzten Jahr ein Angebotsdefizit von 490 Tsd. Unzen aufgewiesen, 90 Tsd. Unzen mehr als noch im November erwartet. Die Revision dürfte zum Großteil auf Produktionsausfälle in Südafrika zurückzuführen sein.

Gleichzeitig gehe Johnson Matthey davon aus, dass im Falle von Palladium die russischen Reservenverkäufe nahezu erschöpft seien. In diesem Jahr solle Russland nur noch knapp 100 Tsd. Unzen Palladium aus Staatsreserven am Weltmarkt verkaufen. Das eingeschränkte Angebot sollte sich mittelfristig an beiden Märkten in steigenden Preisen bemerkbar machen. (29.01.2013/ac/a/m)