Bank of England: Abwarten und Tee trinken

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Auf die Märkte wartet heute ein bunter Strauß an Konjunkturdaten, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Wenig Potenzial für Überraschungen berge dabei das Sitzungsprotokoll der Bank of England, nachdem die geldpolitische Strategie auf der Notenbanksitzung im Januar nicht verändert worden sei. Genau wie im Vormonat dürften sich acht der neun Mitglieder des Monetary Policy Committees für einen unveränderten Leitzins von 0,50% und gegen eine neuerliche Aufstockung des Gilt-Kaufprogramms ausgesprochen haben. Auch in den kommenden Monaten würden die Währungshüter wohl keine zusätzlichen expansiven Maßnahmen mehr ergreifen.

Positiv in die Hände spiele hier vor allem das Kreditangebot, das sich zuletzt wieder zunehmend verbessert habe. Die konjunkturelle Entwicklung bleibe indes eher enttäuschend. Die Wirtschaftsaktivität im wichtigen Dienstleistungssektor sei laut PMI zuletzt sogar so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr gewesen. Der Arbeitsmarkt schlage sich in diesem schwierigen Kontext noch vergleichsweise solide. Die Beschäftigung sei im November sogar auf ein neues Hoch angezogen. Die Arbeitslosenquote (ILO) sollte bei 7,8% verharrt sein.

Die Notenbank stehe heute auch in Kanada im Fokus. Bereits zum 19. Mal in Folge sollte die Bank of Canada den Leitzins aber auf 1,00% belassen. Der in den vergangenen Monaten deutlich gewordene Bias hin zu einer möglichen Zinserhöhung sollte heute indes weniger betont werden. Das liege zum einen daran, dass das Wirtschaftswachstum im 4. Quartal deutlich unterhalb des Potentialwachstums verblieben sein sollte. Zum anderen befinde sich die Inflation mittlerweile am unteren Ende der angestrebten Zielbandbreite von 1 bis 3%.

Mit dem FHFA-Hauspreisindex dürfte derweil ein weiterer Indikator dafür geliefert werden, dass sich der Häusermarkt in den USA stabilisiere. Zuletzt sei nicht nur der Bestand an zu veräußernden Häusern sondern auch der Zeitraum, wie lange Immobilien am Markt angeboten würden, zurückgegangen. Das dürfte die Hauspreise im November um weitere 0,9% angeschoben haben. (23.01.2013/ac/a/m)