Bank of England erneut skeptischer beim Inflationsausblick

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Die Bank of England hat im Rahmen des aktuellen „inflation report“ ihre Prognose für die Jahresrate der Konsumentenpreise weiter nach oben geschraubt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dabei hätten die Geldpolitiker mit der Erwartung einer Teuerung von 2,3% auf Sicht von zwei Jahren die höchste Projektion seit der Einführung des vierteljährlichen Inflationsberichts im Jahr 2004 bekannt gegeben. Die Währungshüter würden demnach erst Ende 2015 wieder mit einer Inflation von rund 2% rechnen. Die aktuelle Verschlechterung der Inflationsperspektiven beruhe auf der jüngsten handelsgewichteten Abwertung des Britischen Pfundes und den administrativen Preisanhebungen im Zuge des Konsolidierungskurses der Regierung.

Die nicht endende Situation von Sondereffekten, die verhindere, dass sich die Inflation dem Zielband der Bank of England annähere, setze sich somit weiter fort. Die Notenbank betone ihren eigenen begrenzten Handlungsspielraum und insistiere darauf, dass die Regierung mit Maßnahmen auf der Angebotseite die heimischen Wachstumsaussichten zu erhöhen habe. Das Britische Pfund habe zum Euro spürbare Verluste hinnehmen müssen.

In den USA habe das Plus bei den Einzelhandelsumsätzen im Januar mit 0,1% im Monatsvergleich im Rahmen der Markterwartungen gelegen. Die privaten Haushalte der USA hätten derzeit mit mehreren Belastungen zu kämpfen. Zu den gewichtigsten Negativfaktoren gehöre die so genannte „payroll tax“. Im Zuge der ersten Einigung beim Umschiffen des „fiscal cliff“ sei eine Zusatzsteuer neben der Einkommensteuer auf Löhne und Gehälter – nach der temporären Absenkung auf 4,2% in 2011 – zu Jahresbeginn wieder auf 6,2% erhöht worden. Dadurch dürfte das verfügbare Einkommen im Januar um 0,8% geschrumpft sein.

Hinzu kämen aktuell die hohen Benzinpreise. Die Analysten würden daher damit rechnen, dass der private Verbrauch, der im Schlussquartal 2012 noch um annualisiert 2,2% habe zulegen können, im ersten Quartal 2013 nur ein Plus von rund 1,5% aufweisen werde. Eine Schrumpfung des BIP im Jahresauftaktquartal sei aber wohl nicht zu befürchten. (14.02.2013/ac/a/m)