Bank of Japan-Entscheidung: Abe singt – Zentralbank springt!

Hannover (www.aktiencheck.de) – Die Bank of Japan (BoJ) gibt dem Druck von Shinzo Abe nach und beschließt neue Mittel zur geldpolitischen Unterstützung, so die Analysten der Nord LB.

So habe die Notenbank die Zielinflationsrate von 1,0% auf 2,0% erhöht. Darüber hinaus möchten die Zentralbanker ihren Kollegen bei der US-FED nacheifern und zukünftig zeitlich unbegrenzt Wertpapierankäufe vornehmen, nachdem das aktuell laufende Assetpurchaseprogramm ausgelaufen sei. Ab Januar 2014 werde die BoJ monatlich für insgesamt JPY 13 Bio. Wertpapiere ankaufen. Die angekündigten Maßnahmen würden mit einer abermaligen Ausweitung des Assetankaufprogramms um JPY 10 Bio. korrespondieren.

Shinzo Abe, seit Dezember letzten Jahres Premierminister des Landes, habe bereits vor den Wahlen einen großen Druck auf die Geldpolitik ausgeübt. Dies sei einer der Hauptfaktoren dafür, dass der Yen seither stark an Wert verloren habe. Die Erhöhung der Zielinflation sei ihm ein wichtiger Punkt gewesen, den er unermüdlich öffentlich und in persönlichen Gesprächen deutlich gemacht habe.

Auf der Dezember-Sitzung der BoJ habe es zwar ebenfalls eine Ausweitung des Wertpapierankaufprogrammes um JPY 10 Billionen gegeben, was allerdings ohne die Ankündigung eines neuen Inflationsziels eher als Enttäuschung angesehen worden sei. Die Erwartung der Finanzmärkte, dass heute ein weitaus deutlicheres Signal von der BoJ ausgehen sollte, hätten den Yen immens abgeschwächt. So habe die japanische Währung bereits im Vorfeld deutlich verloren und bei 90 Yen je US-Dollar notiert. Nach der Meldung habe der Yen allerdings nur leicht nachgegeben. Einige Marktteilnehmer würden sich scheinbar an dem langen Zeitraum bis zum Start der neuen Maßnahmen stören. Zudem gebe es auch keine offizielle Zeitspanne, in der das Inflationsziel erreicht werden solle.

Wie auch das heute veröffentlichte gemeinsame Statement der BoJ und der japanischen Regierung zeige, zeichne sich die Notenbank durch eine zunehmende Politikabhängigkeit aus. Dem Papier lasse sich entnehmen, dass das angestrebte Inflationsziel so schnell wie möglich erreicht werden solle. Die Regierungsnähe der BoJ würde derweil sogar noch verstärkt werden, käme es tatsächlich zu einem Wunschkandidaten Abes, der eine „kühne“ Geldpolitik durchziehen könne. Tokio wolle im Gegenzug fiskalische Impulse liefern, um der Wirtschaftsaktivität in Japan auf die Sprünge zu helfen.

Die japanische Notenbank gebe dem Druck von Shinzo Abe nach und öffne die geldpolitischen Schleusen. Die Zielinflationsrate werde heraufgesetzt. Darüber hinaus leite die Notenbank einen geldpolitischen Wechsel ein und habe angekündigt, ab Januar 2014 monatlich zeitlich unbegrenzt für JPY 13 Bio. Wertpapiere anzukaufen. Zumindest bedenklich sei hierbei die zunehmende Abhängigkeit der Zentralbank von der Regierung, normalerweise kein gutes Zeichen. (22.01.2013/ac/a/m)