Bank of Japan setzt ihr Inflationsziel wohl auf 2%

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – In den vergangenen Wochen legte der japanische Aktienmarkt deutlich zu, und der Yen verzeichnete Verluste auf breiter Front, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Ausgangspunkt hierfür sei wohl der Wahlsieg der LDP bei den Unterhauswahlen. Die Partei möchte nicht nur die Wirtschaft durch ein massives Fiskalpaket anschieben, sondern erhöhe auch den Druck auf die Bank of Japan (BoJ), die Geldpolitik deutlich zu lockern. Im Vergleich zu anderen großen Notenbanken habe die BoJ in den letzten Jahren gemessen an der Bilanzsumme eine relativ restriktive Geldpolitik betrieben. Die Währungshüter hätten aber das Volumen ihres Asset-Kaufprogramms bereits im Dezember um weitere 10 Bio. JPY auf 101 Bio. JPY aufgestockt.

Auf ihrer Sitzung am Dienstag dürfte die BoJ das Programm wohl erneut aufstocken. Zudem sei mit einer Anhebung des Inflationsziels der BoJ von 1% auf 2% zu rechnen. Es sei aber fraglich, ob durch die Heraufsetzung des Inflationsziels das gewünschte Ziel einer Reflationierung der Wirtschaft erreicht werden könne – zu lange sei die BoJ daran gescheitert, die Inflation wieder in den positiven Bereich zu drücken. Generell habe die Krise gezeigt, dass die Möglichkeiten der Geldpolitik begrenzt seien, gerade wenn eine Wirtschaft mit strukturellen Problemen zu kämpfen habe. Bestes Beispiel sei Großbritannien: Die britische Notenbank habe durch Staatsanleihenkäufe ihre Bilanz massiv ausgedehnt, eine wirtschaftliche Erholung, die den Namen verdiene, sei aber bisher ausgeblieben.

Im weiteren Wochenverlauf sollten die Daten zum deutschen ifo-Geschäftsklima (Freitag) Beachtung finden. So habe die Erwartungskomponente Ende 2012 zweimal in Folge kräftig zugelegt. Diese Aufwärtsbewegung sollte sich im Januar fortgesetzt haben. Die Unternehmen hätten besonders ihre Exportaussichten jüngst wieder deutlich positiver eingeschätzt. Auch wenn sich die kräftige Erholung des Euro in den letzten Wochen nicht unbedingt förderlich auf die Exportperspektiven auswirken sollte, werde dieser Effekt wohl durch die zunehmenden Signale einer Belebung der Wirtschaft in Asien ausgeglichen. Letztlich dürften die ifo-Erwartungen von 97,9 auf 98,2 Punkte und der Gesamtindex von 102,4 auf 102,8 Punkte zulegen. (21.01.2013/ac/a/m)