Baumwolle: China nimmt 85% der heimischen Produktion vom Markt

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Der Baumwollpreis ist gestern den sechsten Tag in Folge gestiegen, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Innerhalb der letzten zwei Wochen habe der Baumwollpreis an der ICE in New York um 7% zugelegt. Erstmals seit Mai 2012 notiere der meistgehandelte Terminkontrakt bei mehr als 80 US-Cents je Pfund. Laut der chinesischen Baumwollvereinigung habe China 5,8 Mio. Tonnen der letztjährigen Ernte zwecks Lagerhaltung vom Markt genommen. Das entspreche 85% der gesamten chinesischen Ernte. Ziel dieser Maßnahme sei es gewesen, einen übermäßigen Rückgang der lokalen Preise zu verhindern.

Die künstliche Verknappung des lokalen Angebots in China habe auch Auswirkung auf den Weltmarkt. Aufgrund der höheren inländischen Preise würden chinesische Textilunternehmen verstärkt auf preiswertere Baumwolle aus dem Ausland zurückgreifen, was auch die Weltmarktpreise steigen lasse. Der globale Angebotsüberschuss in den letzten beiden Erntejahren zusammen belaufe sich auf gut 7 Mio. Tonnen. Ohne Berücksichtigung der durch China vom Markt genommenen Menge bestehe in diesem Erntejahr allerdings ein Angebotsdefizit von 3 Mio. Tonnen. Die globalen Lagerbestände seien innerhalb der letzten zwei Jahre laut USDA um 70% auf ein Rekordniveau von 17,8 Mio. Tonnen gestiegen. Etwa die Hälfte davon befinde sich aber in China und stehe dem Weltmarkt somit nicht zur Verfügung. (24.01.2013/ac/a/m)