Brent-Ölpreis fällt auf Vierwochentief

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Hoffnungen auf ein marktfreundliches Wahlergebnis in Italien ließen den Brent-Ölpreis gestern zunächst bis auf 116 USD je Barrel steigen, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Als allerdings klar geworden sei, dass sich diese Hoffnungen nicht erfüllen würden, seien die Preise umso stärker unter Druck geraten. Der Brent-Ölpreis habe am Morgen ein Vierwochentief von 113,30 USD je Barrel verzeichnet. Der WTI-Ölpreis sei zeitweise unter 92 USD je Barrel gefallen und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang Januar. Angesichts der negativen Marktstimmung dürften die Preise zunächst unter Druck bleiben, auch wenn der Preisrückgang seit gestern übertrieben sei und das derzeitige Preisniveau attraktiv erscheine.

Der beträchtliche Überhang an Long-Positionen unter den spekulativen Finanzanlegern könnte dennoch weiter auf den Preisen lasten. Laut ICE hätten die Netto-Long-Positionen bei Brent in der Woche zum 19. Februar mit 179,3 Tsd. Kontrakten nur knapp unter dem Anfang Februar verzeichneten Rekordhoch gelegen. Da der Preis seit letzten Dienstag deutlich gefallen sei, dürften inzwischen weitere Long-Positionen abgebaut worden sein.

China habe seine Ölimporte aus dem Iran im Januar auf 310 Tsd. Barrel pro Tag im Vergleich zum Vormonat nahezu halbiert, was zugleich das niedrigste Niveau seit zehn Monaten sei. Möglicherweise sei der Iran daher zu Zugeständnissen bereit, wenn es heute erstmals seit acht Monaten wieder Gespräche mit den Weltmächten gebe. Dem Vernehmen nach sollten dem Iran begrenzte Erleichterungen bei den Sanktionen in Aussicht gestellt werden, wenn er seine Arbeit am Atomprogramm unterbreche. (26.02.2013/ac/a/m)