Brent-Ölpreis steigt auf Dreimonatshoch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Brent-Ölpreis konnte gestern auf ein Dreimonatshoch von 113,60 USD je Barrel steigen und notiert heute weiter über der Marke von 113 USD je Barrel, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Unterstützend würden positive Wirtschaftsdaten aus den USA, China und Deutschland wirken. Zudem werde die OPEC laut dem Beratungsunternehmen Oil Movements ihre Lieferungen in den vier Wochen bis zum 9. Februar um 0,6% verglichen zur Vorperiode kürzen.

Die gestrigen Lagerdaten des US-Energieministeriums hätten weitgehend denen des API vom Vortag entsprochen. Die US-Rohölbestände seien demnach in der vergangenen Woche um 2,8 Mio. Barrel gestiegen. Zurückzuführen sei dieser Aufbau auf eine deutlich geringere Raffinerieauslastung aufgrund von Wartungsarbeiten. Dagegen sei es im Lagerort Cushing zu einem Abbau der Rohölvorräte um 470 Tsd. Barrel gekommen. Der Abbau in dieser Woche dürfte deutlich geringer ausfallen, da die Seaway-Pipeline derzeit nur einen Abfluss von 175 Tsd. Barrel pro Tag erlaube und damit weniger als die Hälfte im Vergleich zur Vorwoche.

Der Pipelinebetreiber Enterprise habe bisher keinen Zeitraum nennen können, wann die Seaway-Pipeline wieder mit voller Kapazität betrieben werden könne. Der Markt gehe derzeit davon aus, dass die Drosselung der Durchleitung nur von kurzer Dauer ist.

Die CO2-Preise seien gestern Nachmittag zwischenzeitlich um 40% auf ein neues Rekordtief von 2,8 EUR je Tonne eingebrochen, bevor sie sich im weiteren Handelsverlauf wieder hätten erholen können und mit einem Minus von knapp 7% bei 4,30 EUR je Tonne aus dem Handel gegangen seien. Ausschlaggebend sei das Votum des Energie- und Industrieausschusses des EU-Parlaments gegen das so genannte „Backloading“ gewesen, also die verzögerte Versteigerung von Emissionsrechten.

Diese Abstimmung sei zwar nicht bindend und könnte im Februar durch den Umweltausschuss überstimmt werden. Hier zeichne sich noch kein klares Meinungsbild ab. Der Preissturz der letzten beiden Tage um mehr als 20% unterstreiche aber einmal mehr die Dringlichkeit von Reformmaßnahmen, um die Anreizwirkung des Emissionshandels sicherzustellen. (25.01.2013/ac/a/m)