Brent: Rekordhohe spekulative Netto-Long-Positionen bedeuten Gefahr einer Preiskorrektur

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Im Zuge eines steigenden USD und fallender Aktienmärkte verloren die Ölpreise seit gestern deutlich, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Der Brentölpreis sei in der Nacht zwischenzeitlich auf 115 USD je Barrel gefallen, nachdem am Freitag noch ein 4,5-Monatshoch von 117 USD je Barrel markiert worden sei. Auch WTI verliere an Boden und habe am Morgen bei knapp 96 USD je Barrel auf einem Wochentief notiert. Nach Ansicht der Analysten sei der Preisrückgang auf Gewinnmitnahmen seitens der spekulativen Finanzanleger zurückzuführen.

Die gestern von der ICE veröffentlichten Daten zur Marktpositionierung hätten gezeigt, dass die spekulativen Netto-Long-Positionen bei Brent in der Woche zum 29. Januar nochmals deutlich ausgeweitet worden seien und mit 172.600 Kontrakten den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung im Juni 2011 erreicht hätten. Sie lägen mittlerweile deutlich über dem im März 2012 verzeichneten Niveau, als der Brentölpreis bei 127 USD je Barrel den höchsten Stand seit dem Jahr 2008 markiert habe. Da der Brentölpreis nach dem Stichtag der Erhebung am vergangenen Dienstag weiter gestiegen sei, dürften auch die Netto-Long-Positionen seither nochmals ausgeweitet worden sein. Somit habe sich Korrekturpotenzial aufgebaut, welches sich begünstigt durch die Stimmungseintrübung an den Finanzmärkten entladen habe.

Kurzfristig könne sich der Preisrückgang fortsetzen, sollte die Korrektur an den Finanzmärkten andauern. Einen längeranhaltenden Abwärtstrend bei den Ölpreisen erwarte man allerdings nicht. Dagegen würden die weiterhin bestehenden Angebotsrisiken, das fallende OPEC-Angebot und die sich verbessernden globalen Konjunkturperspektiven sprechen. (05.02.2013/ac/a/m)