Brentöl-Preis auf Dreieinhalb-Monatshoch von knapp 116 USD gestiegen

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Der Brentölpreis ist in der Nacht auf ein Dreieinhalb-Monatshoch von knapp 116 USD je Barrel gestiegen, berichten die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Preisunterstützend sei die Nachricht, dass die OPEC-Ölproduktion im Januar Umfragen von Bloomberg und Reuters zufolge auf ein 15-Monatstief von ca. 30,5 Mio. Barrel pro Tag gesunken sei. Die OPEC-Produktion liege aktuell nur noch 500 Tsd. Barrel pro Tag über dem Zielwert. Somit werde das Überangebot weiter zurückgeführt. Maßgeblich für die Produktionskürzung um 1,5 Mio. Barrel pro Tag in den letzten vier Monaten sei der größte OPEC-Produzent Saudi-Arabien. Dieser habe im Januar 9,1 Mio. Barrel pro Tag gefördert, was dem tiefsten Stand seit Mai 2011 entspreche. Zudem sei die Ölproduktion in Libyen aufgrund von Protesten im Januar auf 1,1 Mio. Barrel pro Tag zurückgegangen.

Die zunehmenden geopolitischen Spannungen dürften den Ölpreisen weiteren Auftrieb geben. So habe der Iran neue Urananreicherungsanlagen installiert. Zudem drohe nach dem Luftangriff Israels auf Ziele in Syrien eine weitere Verschärfung der Krise im Nahen Osten. Einem weiteren Preisanstieg dürfte die gestrige Verbalintervention des IEA-Chefvolkswirtes entgegenstehen, welcher sich erstmals seit langem besorgt über die Auswirkungen der hohen Ölpreise auf die Wirtschaft geäußert habe. Gleichzeitig stelle die IEA aber in Aussicht, ihre Prognose für die globale Ölnachfrage im Jahr 2013 erneut anzuheben, nachdem man diese bereits Anfang Januar um 240 Tsd. Barrel pro Tag erhöht habe.

Der Brentpreis sei im Frühjahr 2012 nach der Androhung der Freigabe strategischer Reserven durch die USA, Frankreich und Großbritannien nicht weiter gestiegen und in den darauffolgenden Monaten deutlich gefallen. Mit einer derartigen Androhung sei aber erst bei Preisen von mehr als 120 USD je Barrel zu rechnen. (01.02.2013/ac/a/m)