Britische Notenbank liebäugelt mit neuen Expansionsschritten

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Das gestern veröffentlichte jüngste Protokoll der Sitzung der Bank of England (BoE) vom 7. Februar hielt einige Überraschungen parat, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Im Gegensatz zur Sitzung im Januar seien im Februar weitere geldpolitische Expansionsschritte diskutiert worden und man habe die Meinung vertreten: „it was appropriate to look through the temporary, albeit protracted, period of above-target inflation“. Mit 6:3 Stimmen sei zwar dafür votiert worden, das Aufkaufprogramm von Staatsanleihen bei 375 Mrd. GBP zu belassen. Gleich drei Notenbankvertreter, unter ihnen der Notenbankchef Mervyn King, hätten aber für eine Ausweitung um 25 Mrd. GBP votiert.

Am wahrscheinlichsten erscheine den Analysten dennoch weiterhin, dass das Aufkaufprogramm an Staatsanleihen begrenzt bleibe. Andere geldpolitische Expansionsmaßnahmen würden aber nun um die Ecke lugen, sofern die britische Wirtschaft weiterhin stagniere. Zu beachten bleibe, dass die Jahresinflationsrate in Großbritannien seit Dezember 2009 die Zielmarke der BoE von 2,0% übersteige. Die halbjährlich erhobenen langfristigen Inflationseinschätzungen für die nächsten sechs bis zehn Jahre (erhoben von Consensus Inc.) hätten zuletzt bei 2,9% gelegen. Das Britische Pfund habe zum Euro weitere Einbußen hinnehmen müssen.

In Bezug auf die Diskussion über eine aktive Wechselkurspolitik der Notenbanken habe Bundeskanzlerin Angela Merkel betont, dass sie eine solche Politik nicht unterstütze. Unter dem Blickwinkel der Historie seien für den Euro die Schwankungen in der Range von 1,30 USD zu 1,40 USD normal. Der Euro habe gestern zum US-Dollar die Marke von 1,34 USD nicht verteidigen können und nach der Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls der US-Notenbank auf rund 1,3250 USD nachgegeben. Es bestehe keine Einstimmigkeit über das Ausmaß und die Dauer der außerordentlichen quantitativen Maßnahmen. Dies schmälere die Effektivität dieser Politik. Gleichwohl erwarte man kurzfristig kein Ende dieser quantitativen Lockerung. Das derzeitige Programm sollte zumindest bis zum Ende des Jahres fortgeführt werden. (21.02.2013/ac/a/m)