China produzierte 2012 deutlich mehr Stahl als benötigt

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros hat China im letzten Jahr 716,54 Mio. Tonnen Stahl produziert, 3,1% mehr als im Vorjahr, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Damit untermauere das Reich der Mitte seine Stellung als weltweit größter Stahlhersteller mit einem Marktanteil von rund 47%. Im Dezember allerdings sei die Stahlherstellung auf Tagesbasis im Vergleich zum Vormonat um 2,9% auf 1,86 Mio. Tonnen gefallen. Damit habe sie zugleich fast 8% unter dem bisherigen Rekordwert gelegen, der im April erreicht worden sei. Weitere Produktionskürzungen wären notwendig, um das Überangebot am chinesischen Stahlmarkt abzubauen. Denn Berechnungen des Datenanbieters Platts zufolge habe sich die heimische Stahlnachfrage 2012 auf „nur“ 631,86 Mio. Tonnen belaufen. In Anbetracht der zahlreichen Infrastrukturprojekte dürfte die Produktion jedoch nicht weiter merklich sinken.

Zudem habe das chinesische Eisenbahnministerium sein Ziel für geplante Investitionen in den Sektor für dieses Jahr um 3% auf 650 Mrd. CNY (Chinesischer Yuan) (entspreche rund 104 Mrd. USD) erhöht, was die Stahlnachfrage aus diesem Sektor hoch halten sollte. Eine hohe Stahlproduktion dürfte sich auch in robusten Eisenerzimporten widerspiegeln. Diese sollten Industriekreisen zufolge 2013 um 25 bis 50 Mio. Tonnen steigen, was dem Eisenerzpreis mittelfristig Unterstützung geben dürfte. Letztes Jahr habe China 744 Mio. Tonnen Eisenerz importiert. Ein heraufziehender Zyklon vor der Küste Australiens, der bereits die Schließung von drei wichtigen Eisenerzverladehäfen erfordert habe, sollte deutlich fallenden Eisenerzpreisen zunächst entgegenstehen, nachdem sie zuletzt in kurzer Zeit um fast 40% gestiegen seien. (22.01.2013/ac/a/m)