Chinas: Trotz dicker Luft – Wirtschaftsaktivität auf der Sonnenseite

Hannover (www.aktiencheck.de) – Die heute früh aus dem smoggeplagten Peking gemeldeten Zahlen zur Wirtschaftsdynamik in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft konnten durchaus mit einer positiven Überraschung aufwarten, so die Analysten der Nord LB.

So habe das National Bureau of Statistics (NBS) bekannt gegeben, dass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2012 um starke 7,9% Y/Y habe zulegen können (Vorperiode: 7,4% Y/Y).

Die heute gemeldeten Zahlen würden markieren – nicht nur für die neuen Hausherren in Peking – einen wichtigen Meilenstein: Endlich sei der zwei Jahre andauernde Abwärtstrend gestoppt worden! Dass die Zuwachsrate dann sogar noch über den recht optimistischen Konsenserwartungen gelegen habe, hätten die Märkte – nicht nur im Reich der Mitte – mit einem kleinen Kursfeuerwerk gefeiert. Die Tatsache, dass das BIP-Wachstum in 2012 mit 7,8% so schwach gewesen sei wie seit dreizehn Jahren nicht mehr, verkomme hierbei fast zur Randnotiz.

Auch vom chinesischen Hoffnungsträger – dem Binnenmarkt – seien heute früh freundliche Signale ausgegangen. Sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch die Industrieproduktion hätten im Dezember beachtliche Zuwächse im Vorjahresvergleich vorweisen können: Insbesondere für die internationalen Rohstoffmärkte ein Grund zum Feiern! Nach Auffassung der Analysten sollten die Anleger zukünftig noch stärker am Puls der chinesischen Binnenaktivität hängen. Werde sich doch hier zeigen, ob und wann Pekings neue Wachstumsstrategie endlich Früchte trage.

Ganz ohne faden Beigeschmack kämen die heutigen Zahlen allerdings nicht. Um dies festzustellen reiche in vielen chinesischen Metropolregionen ein Blick aus dem Fenster. Das immense Wachstum der vergangenen Dekaden habe seinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Die Nachricht, dass die durch Umweltverschmutzung hervorgerufenen Kosten für die Gesamtwohlfahrt im Reich der Mitte immens seien, sei grundsätzlich nicht neu. Dass aber die Schadstoffmessungen am aktuellen Rand immer wieder neue Rekorde erklimmen würden, erhöhe merklich den Druck auf die politischen Entscheidungsträger, nun auch Taten folgen zu lassen.

Das Reich der Mitte könne heute mit einer Erfolgsmeldung aufwarten und das Ende einer zweijährigen Abkühlungsphase bekannt geben. Die Märkte würden dies mit Kurszuwächsen quittieren. Auch wenn die Verlässlichkeit der chinesischen Wirtschaftsstatistik jüngst wieder heftig in der Kritik gestanden habe, scheine das Vertrauen in den chinesischen Aufschwung hergestellt zu sein. Für 2013 rechne man mit einem robusten BIP-Wachstum in Höhe von 8,2%. In Peking werde man sich derweil – nicht erst seit gestern – Gedanken darüber machen, wie das Wachstum ökologischer Aussehen könne, ohne dem Binnenmarkt die Luft abzudrehen. (18.01.2013/ac/a/m)