Crédit Agricole: Französische Großbank mit Rekordverlust

Detmold (www.aktiencheck.de) – Die Experten vom „Frankfurter Tagesdienst“ reservieren der Crédit Agricole-Aktie (ISIN FR0000045072/ WKN 982285) einen Platz auf ihrer Watchlist.

Dank der EUR-Schuldenkrise habe die Crédit Agricole mit satten 6,5 Mrd. Euro den größten Verlust seit dem Börsengang vor zwölf Jahren eingefahren.

Das Minus sei nicht ganz unerwartet gekommen: Bereits vor zwei Wochen habe der Vorstand gewarnt, dass Abschreibungen auf südeuropäische Beteiligungen und Kreditengagements in Italien zu Belastungen von 3,8 Mrd. Euro in Q4 führen würden.

Die französische Regierung habe die Situation noch erschwert, weil sie die Verluste aus dem Verkauf der griechischen Tochter Emporiki nicht als steuerwirksam anerkannt habe. Infolgedessen sei das Quartalsergebnis noch mit 838 Mio. Euro zusätzlich belastet worden. Emporiki habe die Crédit Agricole für einen symbolischen Euro an die griechische Alpha Bank (ISIN GRS015013006/ WKN 876116) verscherbelt, wobei sie ihre scheidende Banktochter noch mit 550 Mio. Euro habe rekapitalisieren müssen. Das Engagement in Griechenland habe die Franzosen damit seit 2006 fast 10 Mrd. Euro gekostet.

Dass die Crédit Agricole in Q4 operativ auf bereinigter Basis 10 Prozent mehr als im Vorjahr verdient habe, sehe Vorstandschef Jean-Paul Chifflet als Bestätigung für eine grundlegende Trendwende. „Im Jahr 2012 haben wir das Blatt gewendet und den Konzern grundlegend neu aufgestellt“, habe Chifflet weiter erklärt. Die Dividende für das Jahr 2012 sei gestrichen worden.

Bei der Bereinigung der Altlasten sei der Vorstand somit ein wesentliches Stück weitergekommen. Sollte sich die operative Ertragskraft in den nächsten Quartalen stabilisieren, dürfte sich der Aktienkurs weiter erholen. Beim Sprung über die Marke von 8 Euro ergebe sich aus charttechnischer Sicht Handlungsbedarf.

Bis dahin reservieren die Experten vom „Frankfurter Tagesdienst“ der Crédit Agricole-Aktie einen Platz auf ihrer Watchlist. (Ausgabe 27 vom 21.02.2013) (22.02.2013/ac/a/a)

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