DAX: Änderung durch Ausbruch?

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Lange hatten wir ihn erwartet und zum Schluss nicht mehr an ihn geglaubt, am Freitag zeigte der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) aber dennoch einen Ausbruch aus seiner Seitwärtsbewegung, berichten die Analysten der WGZ BANK.

Sicherlich sei diese Tatsache positiv zu werten und sie könne das charttechnische Bild geringfügig aufhellen, doch bleibe die Skepsis der Analysten zurzeit noch größer. Unter zyklischen und charttechnischen Gesichtspunkten gelte es nun für die Bullen, kleine Schritte zu machen, denn die Aufwärtsbewegung müsse mindestens über den Mittwoch hinaus andauern, um eine Neueinschätzung – bei der aber kein neues Ergebnis herauskommen müsse – sinnvoll zu machen. Erst wenn der DAX sein rechnerisches, kurzfristiges Potenzial bis etwa 7.980 Punkte übertreffe, würde sich das Bild nochmals aufhellen. Doch dann warte bereits der massive Widerstand in Form der historischen Höchstkurse bei etwa 8.150 Zählern auf unser Aktienbarometer.

Auf der anderen Seite wären ein erneutes Nachgeben und ein eventueller Bruch der seit drei Wochen gültigen Unterstützung bei gut 7.600 Punkten als übergeordnetes Verkaufssignal zu verstehen. Auf der Unterseite würden die Analysten dann – zumindest momentan noch – auch das größere Risiko sehen. Dabei spiele neben der charttechnischen Konstellation die niedrige Volatilität eine entscheidende Rolle und nicht zuletzt die „gefühlte“ Stimmung. Die Analysten würden die aktuelle Berichterstattung als sehr positiv empfinden, denn die Mehrzahl der Kreditinstitute rechne mit einem ansteigenden DAX in diesem Jahr. Daraus lasse sich sicherlich kein Grund für einen Verkauf formulieren, negative Nachrichten dürften aber eher überraschen und zu deutlicheren Kursbewegungen führen als positive.

Daneben würden die Analysten einen zeitnahen Rückschlag des Dow Jones Index (ISIN US2605661048/ WKN 969420) erwarten. Anstehende Widerstände in Kombination mit einem RSI, der den höchsten Wert seit März 2010 eingenommen habe, würden einen Rücksetzer erwarten lassen.

Doch auch im DAX-Chart würden den Analysten die Indikatoren Sorgen machen, denn die Wahrscheinlichkeit anstehender Divergenzen sei selten derart hoch gewesen. So bestehe ein solches Missverhältnis im RSI zwischen den aktuellen Kursen und dem Hoch zu Anfang des Jahres und in den MACD-Linien mit der Phase im letzten Herbst. Nicht selten würden derartige Divergenzen Schwächephasen (oder zumindest eine Stagnation) von mehreren Monaten nach sich ziehen.

Eine positive Entwicklung sei nicht unmöglich, die Analysten würden jedoch nach wie vor eine bestenfalls uneinheitliche Entwicklung in den kommenden Monaten erwarten. Erst steigende Kurse bis zum Wochenende würden das Bild aufhellen. (28.01.2013/ac/a/m)