Deutsche Post: Der Konzern kündigt Preiserhöhung an

Detmold (www.aktiencheck.de) – Die Aktienexperten vom „Frankfurter Tagesdienst“ empfehlen die Deutsche Post-Aktie (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DPW, Nasdaq OTC-Symbol: DPSTF) zu halten.

Deutsche Post kündige weitere Portoerhöhung an. Die Zahl der verschickten Briefe habe über die vergangenen Jahre hinweg deutlich abgenommen – die E-Mail lasse grüßen. Den Umsatzrückgang vollständig zu kompensieren, sei für die Deutsche Post ein Ding der Unmöglichkeit. Durch eine strikte Kostenpolitik und vor allem auch durch Preiserhöhungen versuche der Konzern die Auswirkungen auf der Gewinnseite so marginal wie möglich zu halten.

Zum 1. Januar 2015 sei es wieder soweit. Das Unternehmen schöpfe die Möglichkeiten, die von den Regulierungsbehörden vorgegeben worden seien, aus und hebe ein weiteres Mal das Briefporto an. Statt 0,60 Euro werde ein Standardbrief an eine Adresse im Inland zukünftig 0,62 Euro kosten.

Auch das Auslandsporto werde steigen. Ein Standardbrief müsse ab Januar mit einer 80 Cent-Marke beklebt werden. Wer gerne Kompaktbriefe ins Inland versende, dürfe sich freuen: Hier sinke der Preis um 5 Cent auf 0,85 Euro. Das Management verweise auf gestiegene Personalkosten, die eine Anpassung unumgänglich machen würden. Nun müsse man der Deutschen Post zugute halten, dass sie – anders als die Wettbewerber – eine Vollversorgung in Deutschland anbiete, also auch jene Orte abdecke, die im ländlichen Raum lägen. Die Konkurrenz sei hier deutlich wählerischer und konzentriere sich auf die lukrativen Ballungsgebiete.

Die Portoerhöhung sei ein dankbares Thema für Bild-Zeitung und Co. Dabei sei nicht zu befürchten, dass die angekündigte Anpassung Privatpersonen ein Loch in die Haushaltskasse reißen werde. Anders sehe die Welt bei den Unternehmenskunden der Post aus. Die würden angesichts der auf sie zukommenden Zusatzausgaben sicher nicht in Begeisterung ausbrechen. Das Porto für den Standard-Brief sei der Maßstab für die Sonderkonditionen, welche die Deutsche Post Großkunden beim Massenversand gewähre. Steige das Porto für den Standardbrief, werde auch der Volumenversand teurer. Bei Unternehmen, die noch auf diesen Kommunikationsweg angewiesen seien, gehe die Zusatzbelastung schnell einmal in siebenstellige Bereiche.

Des einen Leid, des anderen Freud. Allein durch die Preiserhöhung beim Standardbrief steige der Gewinn der Deutschen Post in der Briefsparte um 40 bis 50 Mio. Euro. Da komme bei den Aktionären des Logistik-Konzerns Freude auf. Die Aktie habe zunächst deutlich zulegen können, als die frohe Botschaft die Runde gemacht habe.

Die Aktie der Deutschen Post habe in den vergangenen Wochen keine Akzente setzen können. Die Augen der Marktteilnehmer würden sich bevorzugt auf die Entwicklung des Paket- und Expressgeschäftes richten. Hier laufe es gut, aber der Konkurrenzdruck sei enorm. Das anstehende Weihnachtsgeschäft dürfte allerdings wieder für positive Schlagzeilen sorgen, der Internethandel boome und die Zahl der zu befördernden Pakete wachse.

Die Aktienexperten vom „Frankfurter Tagesdienst“ bewerten die Deutsche Post-Aktie mit dem Rating „neutral“. (Ausgabe 150 vom 02.10.2014)

Die vollständige Ausgabe des Frankfurter Tagesdienstes können Sie unter dem folgenden Link beziehen: www.frankfurter-boersenbriefe.de (03.10.2014/ac/a/d)

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