Deutsche Post: Mit Stop-Buy-Limit von 29,50 Euro angreifen

Detmold (www.aktiencheck.de) – Die Experten vom „Frankfurter Tagesdienst“ raten die Aktie der Deutschen Post AG (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DPW, Nasdaq OTC-Symbol: DPSTF) zu kaufen.

Obwohl das vierte Quartal ein Umsatzplus oberhalb der Erwartung eingebracht habe, sei der Paket- und-Brief-Konzern beim Ergebnis nicht an die externen Prognosen herangekommen. Ein kleiner Freudenstrahl ergebe sich bei der Dividende, die um 5 Cent auf 0,85 Euro je Aktie steigen solle. Insgesamt hätten die Anleger aber negativ auf die Zahlen reagiert und die Aktie zunächst rund 3,5 Prozent in die Tiefe geschickt.

Der Umsatz des Schlussquartals habe 15,4 Mrd. Euro (+6,3 Prozent) betragen, was auch auf ein höheres deutsches Briefporto und den gut laufenden Bereich Express zurückzuführen sei. Das EBIT habe bei 905 Mio. Euro (angepasst: +1,9 Prozent) gelegen, während die Analysten aber mit 950 Mio. Euro gerechnet hätten.

Negativ bemerkbar habe sich erneut der Frachtbereich gemacht. Im Gesamtjahr habe dieser 14,9 Mrd. Euro (+0,9 Prozent) zum Umsatz beigesteuert, doch zugleich sei hier das EBIT um 39 Prozent auf 293 Mio. Euro geschrumpft.

Der Konzern-Jahresumsatz habe 56,6 Mrd. Euro (+3,1 Prozent) betragen. Rein organisch sei der Zuwachs noch besser ausgefallen (+4,2 Prozent). Das EBIT sei um 3,5 Prozent auf 3,0 Mrd. Euro ausgeweitet worden, womit man den Zielkorridor (2,9 bis 3,1 Mrd. Euro) erreicht habe. Unterm Strich seien 2,07 Mrd. Euro als Gewinn übrig geblieben, hier sei ein Vergleich zum Vorjahr (2,09 Mrd. Euro) wegen des damaligen positiven Steuereffekts nicht aussagekräftig.

Nun zum Ausblick: 2015 wolle die Deutsche Post ein operatives Ergebnis zwischen 3,05 und 3,2 Mrd. Euro erwirtschaften. Dazu dürfte der boomende Versandhandel, der Paketdienstleister begünstige, stark beitragen. Das weltweite Handelsvolumen, von dem die Deutsche Post stark abhänge, solle 2015 erneut „unterdurchschnittlich“ wachsen, damit sei ein Vergleich mit den sonst gewohnten Zuwachsraten der Weltwirtschaft gemeint. Das Konzernmanagement stelle als weitere Ergebnis-Ziffer den Gewinn nach Kapitalkosten (EAC) mit in den Vordergrund. Dieser sei 2014 um 3,3 Prozent auf 1,55 Mrd. Euro verbessert worden. Für 2015 stelle man weiteres EAC-Wachstum in Aussicht, ohne den Zuwachs (im gedruckten Geschäftsbericht) näher zu beziffern.

Der Börsenwert der Deutschen Post DHL Group liege zurzeit bei 35,2 Mrd. Euro. In die Bilanz würden aus Aktionärssicht 9,0 Mrd. Euro Eigenkapital ausgewiesen (EK-Quote: 27 Prozent). Der Goodwill übersteige das Eigenkapital, er werde mit 11,1 Mrd. Euro beziffert (Ende 2013: 10,7 Mrd.).

Mit einem großzügig geschätzten Gewinnpotenzial von 2,5 Mrd. Euro würde ein KGV von 14 gelten, während sich aus bisherigen Analystenschätzungen ein Wert oberhalb von 16 ergebe. Weiterhin würden KUV 0,6 und KBV 3,9 gelten. Nach fundamentalen Kriterien könnte man die Deutsche Post-Aktie wegen des ungünstigen Verhältnisses von Goodwill zu Eigenkapital aussortieren. (Auf die Belastung durch Pensionsverpflichtungen müsste man noch gesondert eingehen.)

In der aktuellen Lage – Suche nach rentablen Anlagen – wird auf solche Details an der Börse weniger geachtet, daher: Die Experten vom „Frankfurter Tagesdienst“ greifen bei der Deutsche Post-Aktie mit einem Stop-Buy-Limit von 29,50 Euro an. (Ausgabe 38 vom 11.03.2015) (12.03.2015/ac/a/d)

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