Deutscher Arbeitsmarkt: Ordentlicher Jahresauftakt

Hannover (www.aktiencheck.de) – Die Bundesagentur für Arbeit hat heute die Arbeitsmarktstatistik für den Berichtsmonat Januar veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB.

Demnach zeige sich der deutsche Arbeitsmarkt auch zum Jahresbeginn sehr robust. Die Zahl der Arbeitslosen habe – bereinigt um saisonale Einflüsse – um 16.000 Personen nachgegeben. Hinzu komme, dass auch die Vormonatszahlen noch einmal korrigiert worden seien, so dass es auch im Dezember zu einem – wenn auch nur sehr leichten – Rückgang der Arbeitslosigkeit gekommen sei. Die Arbeitslosenquote verbessere sich in diesem Fahrwasser auf 6,8%. Mit diesem Jahresauftakt dürfe man zufrieden sein.

Dennoch dürfte der Grundton in den Medien wenig euphorisch ausfallen. Dies liege daran, dass die nicht-saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen um knapp 300.000 Personen angestiegen sei. Damit seien nun wieder mehr als 3 Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Die entsprechende Arbeitslosenquote habe folgerichtig deutlich angezogen und liege nun bei 7,4%. Gleichzeitig müsse man jedoch darauf hinweisen, dass ein Zuwachs in dieser Größenordnung im Januar keinesfalls ungewöhnlich sei. Im Gegenteil: Normalerweise falle der Anstieg zum Jahresbeginn sogar noch etwas höher aus.

Entsprechend merke auch Frank-J. Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, an, dass der Anstieg „rein saisonale Gründe“ habe und die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur wenige Spuren hinterlassen hätten. In der Tat sei die konjunkturelle Verfassung derzeit nicht gerade sonnig. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Wachstum im Gesamtjahr 2012 würden einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2012 erwarten lassen. Dennoch würden die Unternehmen aber von umfangreichen Entlassungen absehen. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass sich die Aussichten für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zuletzt deutlich verbessert hätten. Insofern dürfe man einigermaßen hoffnungsfroh auf das Frühjahr blicken, wo die Analysten mit einer konjunkturellen Erholung rechnen würden.

Schwierig bleibe indes das Umfeld in der Eurozone. Auch wenn ein Prozess der Normalisierung an den Kapitalmärkten nicht abgestritten werden könne, würden die realwirtschaftlichen Indikatoren hier doch noch eine andere Sprache sprechen. Im Dezember sei die Arbeitslosenquote im Währungsraum auf 11,8% geklettert und habe damit einen neuen Höchstwert markiert. Für die morgen zur Veröffentlichung anstehenden Januar-Daten seien die Analysten wenig hoffnungsfroh und würden mit einer weiteren Erhöhung auf dann 11,9% rechnen.

Mit den von der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Daten könne man recht zufrieden sein. Demnach habe die Zahl der Arbeitslosen im Januar (saisonbereinigt) ein wenig nachgegeben. Sicher werde die Öffentlichkeit in erster Linie auf den nicht-saisonbereinigten Anstieg um mehr als 300.000 Personen schauen. Aber auch dieser Zuwachs falle niedriger aus als sonst zu Jahresbeginn üblich. Damit bleibe es dabei, dass sich der heimische Arbeitsmarkt in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld als sehr robust erweise. Und auch für die kommenden Monate seien die Analysten optimistisch, dass sich an dieser grundsätzlichen Aussage nichts ändern werde. Dies helfe zudem der deutschen Binnenkonjunktur und damit der deutschen Wirtschaft insgesamt. (31.01.2013/ac/a/m)