Deutscher Arbeitsmarkt schwächelt nur kurzfristig

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Deutsche Unternehmen zeigen sich zu Jahresbeginn 2013 mit Blick auf die konjunkturellen Perspektiven wieder deutlich zuversichtlicher und setzten dabei insbesondere auf eine Nachfragebelebung im außereuropäischen Ausland, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Das würden unter anderem die ifo-Exporterwartungen verdeutlichen, die im Januar mit 7,4 nach 4,8 Punkten weiter gestiegen seien. Gleichzeitig sollte eine solide Importnachfrage aber verhindern, dass der Außenbeitrag in diesem Jahr wieder zu einer markanten Wachstumsstütze heranreife. Zum einen dürfte eine Belebung der Exportnachfrage dazu führen, dass die in den vergangenen Quartalen massive Zurückhaltung in Bezug auf die Investitionen schrittweise aufgegeben werde. Zum anderen sollte der private Konsum robust bleiben.

Zwar würden die Verbraucher derzeit leichten Gegenwind durch den schwächelnden Arbeitsmarkt erhalten, denn die Arbeitslosenzahl sollte im Januar um saisonbereinigt 18.000 und damit bereits zum zehnten Mal in Folge gestiegen sein. Insgesamt bleibe die Zahl der Entlassungen aber überschaubar. Und mit Blick auf die erwartete Aufhellung der Konjunktur sollte die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten auch nicht über 7,0% hinausgehen.

Die Belastung für die Verbraucher halte sich folglich in Grenzen. Da zudem die 2012 ausgehandelten Tariferhöhungen erst in diesem Jahr ihre volle Wirkung entfalten würden, gebe es außerdem für viele Beschäftigte einkommensseitig ein Trostpflaster, das die Stimmung aufrechterhalten sollte. Für eine Lohn-Preis-Spirale sei aufgrund der unterdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung von 82,2% aber kein Raum. Solange der Ölpreis mitspiele, sollte die Teuerung im Jahresverlauf bei rund 2,0% verharren. Der Aufwärtsdruck, der sich durch die EEG-Umlage ergebe, werde dabei wohl durch den Wegfall der Praxisgebühr in etwa ausgeglichen.

Auch in der Eurozone sei der Preisdruck überschaubar. Im Januar sollte die Euro-Aufwertung dabei den höheren Ölpreis ausgeglichen haben und die Inflation deshalb bei 2,2% verharren. (31.01.2013/ac/a/m)