Deutschland: Vorfreude ist die schönste Freude

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Für die deutsche Konjunktur läuft es zu Jahresbeginn zwar noch nicht gänzlich rund, dafür scheinen aber die Perspektiven wieder zu stimmen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die vom ZEW befragten Finanzmarktexperten hätten sich im Januar so zuversichtlich wie seit Mitte 2010 nicht mehr gezeigt. Und auch unter Einkaufsmanagern scheine neue Hoffnung aufzukeimen: In Deutschland habe sich der Composite-PMI mit einem Zwölf-Monatshoch von 53,6 Punkten zu Jahresbeginn wieder deutlich im Wachstumsbereich absetzen können. Die Zunahme der Wirtschaftsaktivität fuße dabei besonders auf einer Belebung im Dienstleistungssektor, im Verarbeitenden Gewerbe zeichne sich bisher aber zumindest ab, dass die Abwärtsdynamik deutlich abnehme.

Auch für die Industrie stünden die Chancen aber gut, dass der Output im Jahresverlauf wieder zunehmend gesteigert werden könne. Vor allem die Erholung der Nachfrage aus China – die im Januar ebenfalls durch einen deutlichen Anstieg der Einkaufsmanagerindices dokumentiert worden sei – dürfte den heimischen Exporteuren dabei zugute kommen.

Die Unternehmen hätten die in den kommenden Monaten wohl wieder besseren Ausfuhrmöglichkeiten nach Fernost bereits auf der Agenda. Schließlich hätten sich die Exporterwartungen laut ifo Institut zuletzt wieder stabilisieren können – eine Entwicklung, die sich wohl auch im Januar fortgesetzt habe. Doch auch die Lage und die allgemeinen Geschäftserwartungen dürften im Betrachtungsmonat erneut freundlicher eingeschätzt worden sein, das ifo Geschäftsklima sollte entsprechend leicht um 0,4 auf 102,8 Punkte angezogen sein.

In Großbritannien gehe es heute um das im vierten Quartal erzielte Wirtschaftswachstum. Noch im Vorquartal habe sich die britische Volkswirtschaft solide gezeigt und sei um satte 0,9% gg. Vq. gewachsen. Das habe aber vor allem am Rückenwind durch die Olympischen Spiele in London gelegen. Zum Jahresende hin sei aber nicht nur der Konsum des Staates zurückgefahren worden, auch die Industrie habe deutlich geschwächelt. Das BIP sollte deshalb um 0,1% gg. Vq. zurückgegangen sein. Auch zu Jahresbeginn würden echte Stabilisierungsanzeichen auf sich warten lassen. Ein Rücksetzer in die Rezession könne deshalb nicht ausgeschlossen werden. (25.01.2013/ac/a/m)