Devisenmarkt: Auf der Suche nach der richtigen Positionierung

München (www.aktiencheck.de) – Die Marktteilnehmer bezogen gestern eine recht ambivalente Haltung zu EUR/USD, so die Analysten von UniCredit Research.

Einerseits habe sich der finale Einkaufsmanager-Index für den Service-Sektor der Eurozone dank eines erneut starken Beitrages Deutschlands weiter im Aufwind gezeigt. Andererseits hätten Aussagen des französischen Präsidenten Hollande zum Kursniveau des Euro einigen Wirbel gemacht. Hollande habe eine aktive Wechselkurspolitik der Eurozone gefordert, um die Währung vor irrationalen Bewegungen zu schützen. Ein mittelfristiges Kursziel solle dabei helfen.

Wenngleich er damit nicht nur die Marktmechanismen für den Euro, sondern das gesamte Wechselkurssystem eruptieren würde und dieser Vorschlag daher fern jeglicher Realität anzusiedeln sei, sei den Märkten dennoch aufgezeigt worden, dass im Falle einer anhaltenden Euro-Stärke bei erneuter Tempoverschärfung wie in der letzten Woche, durchaus mit einigem politischen Unwillen zu rechnen wäre. Die Analysten würden daher bis Ende dieser Woche unter Einbeziehung der morgigen EZB-Pressekonferenz und des morgen ebenfalls beginnenden EWU-Gipfels nicht mehr einen signifikanten Anstieg Richtung 1,37 erwarten.

Die Ankündigung des BoJ-Gouverneurs Shirakawa, bereits am 19. März zurücktreten zu wollen, habe an den Märkten eine weitere JPY-Verkaufswelle ausgelöst. Andererseits habe ohnehin festgestanden, dass Regierungschef Abe mit Shirakawa nicht habe weitermachen wollen. Mithin dürften sich die Nachwirkungen bei USD/JPY und EUR/JPY in Grenzen halten. Grundsätzlich bleibe der Aufwärtstrend beider Währungspaare jedoch intakt.

Wie die Analysten bereits nach Abkehr der Märkte vom SNB-Mindestkursziel bei 1,20 EUR/CHF gemutmaßt hätten, bleibe der CHF die erste Adresse, falls zwischenzeitlich wieder Negativnachrichten aus der Eurozone auftreten würden. Die gegenwärtigen politischen Nebengeräusche aus Italien und Spanien würden EUR/CHF weiterhin in Schach halten. (06.02.2013/ac/a/m)