Devisenmärkte: BoJ überrascht gleich zweimal

München (www.aktiencheck.de) – In Anbetracht des Feiertages in den USA und anstehender Events wie das EU-Finanzminister-Treffen oder die Sitzung der Bank of Japan war gestern an den Währungsmärkten weitgehend Regungslosigkeit angesagt, so die Analysten von UniCredit Research.

Heute erwarte man hauptsächlich Spill-Over-Aktivitäten aus den JPY-Paritäten. Beachtenswert sei aus Sicht der Analysten noch die Rede Draghis vor der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt.

Die lang erwartete geldpolitische Entscheidung der BoJ habe heute früh gleich zwei Überraschungen gebracht: Neben der erwarteten Anhebung des Inflationsziels von 1% auf 2% sei beschlossen worden, das Wertpapierankaufprogramm unbegrenzt auszuweiten – allerdings erst ab 2014. Die Marktreaktion sei durchaus ambivalent gewesen. In ihrer Gesamtheit hätten die Beschlüsse die Erwartungen überstiegen.

Der Zeitpunkt 2014 allerdings sei das Haar in der Suppe gewesen, um die zunächst angedeutete Beschleunigung der JPY-Schwäche wieder abebben zu lassen. Dennoch – unter dem Gesichtspunkt einer insgesamt erhöhten Risikobereitschaft, die im Laufe des Jahres weiter ansteigen sollte, spreche auf absehbare Zeit nichts für den JPY. Die Einschränkung 2014 als Beginn der verstärkten Wertpapierkäufe dürfte lediglich für ein leicht nachlassendes Momentum in den JPY-Paritäten sorgen.

Die Unruhe an den Märkten, ausgelöst durch Spekulationen um ein eventuelles späteres Referendum über das Verhältnis Großbritanniens zur EU, sei nach Verschiebung der ursprünglich für letzten Freitag geplanten Rede Camerons nicht geringer geworden. Während sich EUR/USD über die vergangen sieben Tage per Saldo sogar minimal abgeschwächt habe, habe EUR/GBP um einen Cent zulegen können. Eine Korrektur scheine angesichts eines zu erwartenden mageren britischen Q4-BIP in dieser Woche nicht in Sicht. (22.01.2013/ac/a/m)