Devisenmärkte: Warten auf neue Impulse

München (www.aktiencheck.de) – Gestern war ein Tag der Spekulationen, so die Analysten von UniCredit Research.

Bereits am Vormittag sei der DAX in den Keller gerauscht. Grund seien Gerüchte gewesen, denen zufolge ein großes deutsches Finanzinstitut demnächst eine Gewinnwarnung veröffentlichen werde. Davon sei der Euro nicht unberührt geblieben, wie ebenso kurze Zeit später von der Meldung, dass Bundesbankpräsident angeblich zurücktreten werde. Dieses Gerücht sei von der Bundesbank umgehend dementiert worden und habe sogar die Finanzaufsicht Bafin in Sachen Marktmanipulation auf den Plan gerufen.

Wenig später habe bei EUR/USD wieder eitel Sonnenschein geherrscht, denn die ZEW-Umfrage habe alle Erwartungen pulverisiert. Damit jedoch nicht genug. Der Euro habe am Nachmittag infolge einiger schwächerer US-Daten erneut an Boden verloren. Es scheine gegenwärtig, als sei EUR/USD zur oberen Seite ohne neue Impulse vorerst ausgereizt. Diese allerdings könnten morgen und übermorgen mit den vorläufigen Einkaufsmanager-Daten und dem ifo-Index durchaus noch gesetzt werden.

Die Entscheidung der BoJ, ab 2014 ihre Wertpapierankäufe zeitlich unbegrenzt auszuweiten, habe die Devisenmärkte den ganzen Tag über beschäftigt. Was habe mehr gewogen: Die Entscheidung an sich oder der späte Zeitpunkt? Letztlich hätten sie sich für Letzteres entschieden, was sicherlich auch, oder sogar vor allem, mit willkommenen Gewinnmitnahmen zusammen gehangen habe.

Außerdem sei es Wirtschaftsminister Amari wiederholt gelungen, die JPY-Bären einzufangen, indem er gesagt habe, die geldpolitische Entscheidung hätte nichts mit einer Wechselkurspräferenz zu tun. Wie gestern bereits erwähnt, würden die Analysten aber keine Trendumkehr in den JPY-Paritäten erwarten. Auch EUR/JPY und USD/JPY würden aufwärts gerichtet bleiben, solange die globale Risikobereitschaft anhalte. Lediglich das Aufwärtsmomentum dürfte nachlassen. (23.01.2013/ac/a/m)