Sie kennen die Geschichte: Der Chiphersteller Dialog Semiconductor (ISIN GB0059822006) weist stetig wachsende Umsätze und Gewinne aus, trotzdem fiel die Aktie vom Hoch Anfang 2017 bei 52,35 Euro auf 12,44 Euro Ende Juni dieses Jahres. Der Grund: Die reine Möglichkeit, dass Apple als mit Abstand wichtigster Kunde abspringen könnte, seine Chips bald selbst entwickeln und bauen könnte. Gerade der Umstand, dass das von Apple nie bestätigt wurde und Dialog Semiconductor das dementierte, spielte den Bären in die Karten. Denn ein Dementi ist ein halbes Eingeständnis, Schweigen ja mal sowieso, heißt es. Und wie wollte man beweisen, dass nicht passieren wird, was theoretisch ja in der Tat passieren könnte! Die Bullen konnten tun was sie wollten, Dialog Semiconductor wurde von einem Tief zum nächsten gedrückt. Das klingt mehr als schräg. Ist aber typisch Börse, an der, wenn man ehrlich ist, Kurse selten mal dort vorbeischauen, wo sie eigentlich sein sollten. Aber jetzt könnte die Aktie endlich die Kurve kriegen. Der Grund dafür ist noch ein wenig schräger als die Argumente derer, die seit anderthalb Jahren auf die Aktie einschlagen. Und doch wieder „typisch Börse“:

Denn ein Analyst, der unlängst sein Kursziel von 22 auf 25 Euro mit dem Argument anhob, die Anleger würden das Potenzial von Dialogs Geschäftsbeziehung mit Apple nicht hinreichend berücksichtigen, fand besonders Gehör. Denn es war derjenige, der, als er in einer Analyse über die Möglichkeit eines Absprungs von Apple nachdachte, diesen Stein der Bären ins Rollen gebracht hatte. Wenn dieser Analyst den Daumen hebt, muss man also folgen. Wieso … wenn doch dessen damals in den Raum gestellte Möglichkeit, dass Apple abspringt, bislang nicht eintraf? Dass man die immer billiger gewordene Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis monatelang ignoriert und dann auf einmal einer Einschätzung folgt, die man auch selbst hätte treffen können … ist eben typisch Börse. Die Frage ist nur: Wie nachhaltig ist das? Denn heute kommt Druck auf. Im völlig falschen Moment, wenn man hier bullish ist. Sehen wir hin:

 

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Sie sehen, dass Dialog Semiconductor bislang eine Aufwärtsbewegung wie aus dem Lehrbuch hingelegt hat. Etablierung eines kurzfristigen Aufwärtstrends parallel zur 20-Tage-Linie. Entlang dieses doppelten Leitstrahls das Schließen der Kurslücke von Anfang Juni. Rücksetzer und damit das erneute Durchmessen der Kurslücken-Zone. Aufwärtsschwenk knapp oberhalb von Trendlinie und 20-Tage-Linie. Break über das vorher markierte Zwischenhoch und damit zugleich über die Zone der Kurslücke. Kursziel damit: Der Kreuzwiderstand aus 200-Tage-Linie und dem Dezember-Tief 2017 bzw. Mai-Hoch 2018 im Bereich 21,50 Euro. Und jetzt: Abgabedruck. Ausgerechnet jetzt, da, wo man eigentlich mit Anschlusskäufen hätte rechnen können. Haben die Leerverkäufer die Bullen in die Falle laufen lassen?

Denkbar wäre es, das wäre erneut „typisch“. Aber noch ist der Tag lang. Wenn es den Bullen gelingt, diesen Druck abzuwehren, den „bearish engulfing pattern“, der sich 90 Minuten nach Handelsbeginn abzeichnen würde, wegkaufen, wäre das ein umso stärkeres Signal zu Gunsten des bullishen Lagers. Aber das muss eben auch gelingen. Sonst wäre ein Rücksetzer in den Supportbereich 16,50/17,50 Euro wahrscheinlich. Und ob der dann effektiv verteidigt würde, nachdem die Käuferseite gerade einen Dämpfer bekommen hat, ist zumindest offen. Also: Die Bullen wären gefordert – und zwar jetzt.

 

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