Draghi sieht Euro in der Nähe der langfristigen Durchschnitte

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Der Euro konnte sich zum Wochenbeginn gegenüber dem US-Dollar stabilisieren, muss aber aufpassen, nicht unter den mittelfristigen Aufwärtstrend seit Juli 2012 (akt. bei 1,3237 USD) zu rutschen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dass die Einheitswährung gestern keine weiteren Verluste einfahren habe, dürfte dabei auch EZB-Präsident Draghi zu verdanken sein. In seiner vierteljährlichen Rede vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss habe der oberste Währungshüter betont, dass die Steuerung der Währung kein explizites geldpolitisches Ziel sei. Vielmehr sollten Wechselkurse die fundamentalen Rahmenbedingungen widerspiegeln. Bei der Bewertung der aktuellen Austauschverhältnisse des Euro habe Draghi darauf verwiesen, dass die nominalen und realen Wechselkurse nahe ihrer langfristigen Durchschnittswerte notieren würden. Die Auswirkungen der Aufwertungsbewegung des Euro in den vergangenen Wochen auf die Inflations- und Wachstumsperspektiven würden im Zuge der neuen Projektionen der EZB-Experten berücksichtigt, die im März veröffentlicht würden.

Sofern dabei nicht unmittelbare Deflations- oder Wachstumsgefahren erkannt würden, sei ein aktives Eingreifen der Notenbank auf dem Devisenmarkt unrealistisch. Aber selbst ein Szenario, bei dem die EZB im aktuellen Umfeld das Risiko eines dauerhaften Preisrückgangs auf breiter Front feststellt, halten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt für wenig wahrscheinlich. Per saldo sollte der Euro damit handelsgewichtet unter moderatem Aufwertungsdruck bleiben, sofern die anderen Währungsräume ihre aggressive Expansionspolitik – wie angekündigt – fortsetzen bzw. ausweiten würden. Werde dabei der angeführte Haussetrend zum US-Dollar verteidigt, stünden die Chancen des Euro auf erneute Kursgewinne im weiteren Jahresverlauf sehr gut.

Aufgrund eines Feiertages in den USA seien die Handelsaktivitäten am Devisenmarkt ansonsten ruhig ausgefallen. Das Britische Pfund stehe dabei ob der schwachen Wachstumsperspektiven in Großbritannien und des zum 1. Juli bevorstehenden Wechsels an der Notenbankspitze tendenziell weiter unter Druck. (19.02.2013/ac/a/m)