Edel: Kurs spiegelt Wachstumsperspektiven nicht ausreichend wider

Hamburg (www.aktiencheck.de) – Alexander Braun, Analyst der Montega AG, stuft die Aktie von Edel (ISIN DE0005649503/ WKN 564950) unverändert mit „kaufen“ ein.

Die Analysten hätten eine Roadshow mit dem CFO des Unternehmens durchgeführt. Diese habe den Investment Case der Analysten bestätigt. Als einer der First Mover profitiere das Unternehmen erheblich vom digitalen Wandel des Musik-, Film- und Buchgeschäfts. Das sich daraus ableitende Potenzial sei nach Erachten der Analysten in der aktuellen Bewertung nicht ausreichend berücksichtigt. Die wesentlichen, auf der Roadshow gewonnenen Erkenntnisse würden wie folgt lauten:

Das in der 100%-igen Konzerntochter Kontor New Media (KNM) gebündelte Digitalgeschäft sei wachstumsstark und hochmargig. Im abgelaufenen GJ habe KNM den Umsatz um 49% auf 23,8 Mio. Euro steigern können. Die operative Marge dürfte im Bereich von 12 bis 14% gelegen haben. Das Geschäftsmodell binde wenig Kapital (kaum Investitionen erforderlich) und habe zudem aufgrund der Zahlungsmodalität einen positiven Net Working Capital-Effekt. Neben einem verbesserten Management des Umlaufvermögens in den anderen Unternehmensbereichen sei dies der wesentliche Grund für den Rückgang des Working Capitals (positiver Effekt in 2012: insgesamt 5,7 Mio. Euro).

Bei der Akquisition von Brilliant Classics B.V. habe es sich nach Angaben des CFO aufgrund der Eigentumsverhältnisse (abgabewilliger Private Equity Investor) um eine attraktive Kaufgelegenheit gehandelt. Im abgelaufenen GJ dürfte Brilliant einen Umsatz in Höhe von ca. 5 Mio. Euro und ein positives Ergebnis erzielt haben. Das Klassik Label verfüge über eine Bibliothek von mehreren Tausend Rechten (oftmals Life-Time), die Edel nun digital verwerten werde und sich hiervon eine deutliche Profitabilitätssteigerung verspreche. Daneben sei die Produktion zu optimal media verlagert worden, um die Wertschöpfungstiefe zu erhöhen. Zudem ergänze das Klassikangebot die bestehende Musikbibliothek von Edel.

Der Ausbau des Buchgeschäfts stehe weiter im Fokus. Neben dem Ziel, eine kritische Größe im klassischen Geschäft (Verkauf über den stationären Handel) zu erreichen, liege ein weiterer Schwerpunkt auf dem Einkauf von Lizenzen für den digitalen Vertrieb. Derzeit sei Edel dabei, die Digitalrechte von Büchern zu sichern, die nicht mehr verlegt würden und deren Rechte an die Autoren zurückgefallen seien. Im laufenden GJ seien bereits rund 200 Rechte lizensiert worden. Diese Zahl solle bis Jahresende auf 1.000 erhöht werden. Zumeist seien keine Vorauszahlungen oder Umsatzgarantien notwendig. Die Investitionen (Digitalisierung der Bücher, Einspielung in die Vertriebskanäle) würden sich entsprechend bereits nach ein bis zwei Jahren amortisieren.

In Deutschland habe der E-Book Anteil am Gesamtmarkt lt. GfK (ISIN DE0005875306/ WKN 587530) in 2011 lediglich 1% betragen (Volumen insgesamt 38 Mio. Euro). In den nächsten Jahren dürften die Digitalumsätze jedoch dynamisch ansteigen. In den USA habe sich der Anteil in 2011 gegenüber dem Vorjahr auf 15% mehr als verdoppelt (Quelle: BookStats).

Als Folge der Brilliant-Übernahme (Integrationskosten ca. 0,3 Mio. Euro) und einem Einmalaufwand aus der abschließenden Restrukturierung des Italien-Geschäfts (Auswirkungen auf das Ergebnis: ca. 0,6 Mio. Euro) hätten die Analysten ihre Prognosen für das laufende GJ leicht reduziert. Das erwartete, starke Wachstum im Digitalgeschäft (Musik, Film und Buch) dürfte in den nächsten Jahren zu einem sukzessiven Anstieg der Marge führen und zudem die WC-Quote reduzieren.

Der aktuelle Aktienkurs spiegele das Potenzial im Digitalgeschäft mit zweistelligen Wachstumsraten und einer hohen Profitabilität nicht ausreichend wider. Der Ausbau des Katalogs (Musik und Buch) sei aus strategischer Sicht sinnvoll, auch wenn er vorübergehend die Marge belaste.

Die Analysten der Montega AG bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die Edel-Aktie bei einem neuen Kursziel von 3,60 Euro (zuvor: 3,50 Euro). Das Upside auf Basis des aktuellen Kursniveaus betrage 56%. (Analyse vom 21.02.2013) (21.02.2013/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.