Emerging Markets: Erneute Abwertung in Venezuela

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Die Regierung Venezuelas hat zum fünften Mal innerhalb der zehnjährigen Amtszeit von Präsident Hugo Chavez den Venezuelanischen Bolivar (VEB) abgewertet, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Am Freitag hätten die Währungshüter die so genannte CADIVI-Rate, den offiziellen Umrechnungskurs, für den USD von 4,20 VEF auf 6,30 VEF heraufgesetzt. Dies entspreche einer Aufwertung der amerikanischen Währung um mehr als 46%. Jedoch liege auch dieses Niveau noch weit unterhalb der Preise von über 18 VEF am illegalen Schwarzmarkt in Venezuela. Zugleich hätten die Behörden den von der heimischen Zentralbank kontrollierten SITME-Devisenmarkt aufgelöst. In diesem bislang staatlich geduldeten Graumarkt seien gewisse Transaktionen möglich gewesen, die ansonsten durch das Genehmigungsraster der strengen Devisenvorschriften gefallen seien.

Zwar habe Zentralbankchef Nelson Merentes nun die Rückkehr dieser Geschäfte in das offizielle Genehmigungsverfahren angekündigt, habe aber kaum Hinweise auf die praktische Umsetzung gegeben. Demnach werde künftig eine spezielle Behörde (Organo Superior para la Utilización del Sistema Cambiario) sämtliche Anfragen nach Fremdwährung bearbeiten und zwischen produktiven und unproduktiven Hintergründen unterscheiden. Während sich die Einwohner des südamerikanischen Landes jetzt auf Preissteigerungen vorbereiten müssten, spiele die Abwertung über die Auslandsumsätze der staatliche Ölfördergesellschaft mehr VEF in die Staatskasse. (12.02.2013/ac/a/m)