EUR/CHF: „Sturm“ hat sich wieder etwas gelegt

Frankfurt (www.fondscheck.de) – Der „Sturm“ für das Währungspaar EUR/CHF hat sich wieder etwas gelegt, so die Analysten der DekaBank.

Nachdem der Euro im Januar noch bis auf ein Eineinhalbjahreshoch von knapp 1,26 geklettert sei, habe sich seitdem der Sicherheitsabstand zur strikten Interventionsschwelle der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 1,20 wieder verringert. Dennoch sei der Aufwärtsdruck auf den CHF begrenzt, sodass die SNB auch im Januar auf Devisenmarktinterventionen habe verzichten können. Der Bestand der Fremdwährungsreserven auf der Notenbankbilanz habe sich daher seit September zurückgebildet, nachdem er davor noch nach oben geschossen sei.

Vertreter der Notenbank würden den CHF nach wie vor für überbewertet halten; SNB-Präsident Jordan rechne deshalb sogar mit einer weiteren Abwertung des CHF. Einen übermäßigen Spielraum nach unten für den CHF sehe man allerdings nicht. Der CHF dürfte weiter stark bleiben und einen Sicherheitsabstand von nur wenigen Rappen zur Interventionsschwelle von 1,20 aufweisen. Der schwächere Aufwertungsdruck auf den CHF tue jedenfalls der Schweizer Konjunktur gut: Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe habe sich im Januar erstmals seit eineinhalb Jahren in den Expansionsbereich bewegt.

Die lange erhoffte Euro-Erholung habe bei 1,2565 ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Im Anschluss sei das Währungspaar in eine Konsolidierungsphase eingetreten. Wochenschlusskurse unterhalb von 1,2250 würden den kurzfristigen Ausblick für den Euro wieder eintrüben. Tendenziell werde einer mittelfristigen Fortsetzung der aktuellen Seitwärtsbewegung eine gute Chance eingeräumt.

Die Analysten würden für die kommenden Monate damit rechnen, dass der Wechselkurs EUR/CHF in engen Grenzen um den Kurs von 1,23 schwanken werde. Einen im Trend schwächeren CHF erwarte man derzeit nicht, da die Schweiz als sicherer Hafen mit ihrer Währung ein attraktiver Zufluchtsort für Investoren bleibe. Störfeuer in der Euro-Krisenpolitik dürften die Nachfrage nach der Währung hoch halten. Weitere Maßnahmen der SNB zur Schwächung des CHF – wie negative Notenbankzinsen – würden nach wie vor nicht ausgeschlossen bleiben, falls er der Schwelle von 1,20 wieder gefährlich nahe kommen würde. Dies sei jedoch derzeit kein Thema. (14.02.2013/fc/a/m)