Euro-Paritäten mit unterschiedlicher Dynamik

München (www.aktiencheck.de) – Gestern war ein weit weniger aufregender Tag und dennoch notierte EUR/USD am Nachmittag erneut leicht schwächer, so die Analysten von UniCredit Research.

Viele Erklärungsversuche hätten die Runde gemacht. Einmal seien es angeblich russische Investoren gewesen, die im großen Stil Euro verkauft hätten. Dann habe man Stopp-Loss-Orders bei 1,3270 als Ursache erwähnt und last but not least sollten Spill-Over-Effekte aus USD/CAD (Kanadischer Dollar)-Käufen erfolgt sein, nachdem die Bank of Canada im Anschluss an ihre Zinsentscheidung eine weniger „hawkish“ ausgerichtete geldpolitische Einschätzung abgegeben habe.

Wie dem auch sei, nüchtern betrachtet habe es sich aus Sicht der Analysten um Gewinnmitnahmen gehandelt, nachdem mehrere Versuche, EUR/USD über die 1,34 zu hieven, erneut gescheitert seien. Zur obern Seite sei momentan die Luft etwa raus. Wie gestern erwähnt, böten heute die vorläufigen Einkaufmanagerindices und morgen der ifo-Index eine Gelegenheit, das Euro-Depot wieder aufzufüllen. Grundsätzlich sehe man den Euro weiter gefragt. Dafür spreche allein schon die Tatsache, dass sich EUR/USD von dem schwachen INSEE-Report kaum beeinträchtigt gezeigt habe.

Der etwas schwächere Euro in Kombination mit der Enttäuschung des Vortages über den späteren Zeitpunkt zur Ausweitung des BoJ-Wertpapierankaufprogramms habe EUR/JPY gestern kaum Spielraum zur oberen Seite gelassen. Möglicherweise werde diese Enttäuschung (wenngleich ungerechtfertigt) noch einige Tage anhalten. An der Einschätzung der Analysten, dass der JPY bei anhaltender Carry-Trade-Neigung weiterhin unter Abgabedruck stehen werde, habe sich nichts geändert.

UK-Premier Cameron habe gestern eine Neuordnung der EU-Verträge gefordert und für 2015 bis 2017 ein Referendum in Aussicht gestellt. Unter dieser Prämisse dürfte GBP weiterhin latentem Abwärtsdruck ausgesetzt sein. Gestern hätten dies verbesserte UK-Arbeitsmarktdaten und ein weniger dovish eingeschätztes MPC-Sitzungsprotokoll verhindert. (24.01.2013/ac/a/m)