Europa dürfte sich bis 2014 von der Finanzkrise erholen

New York (www.aktiencheck.de) – Der Sturm in Europa flaut langsam ab, so die Analysten von S&P Capital IQ.

Für das fünfte Jahr nach der großen Finanzkrise würden die Analysten von S&P Capital IQ Equity Research dem europäischen Markt eine beginnende Regeneration prognostizieren. „2014 wird dann das erste tatsächliche Jahr der Erholung nach der Finanzkrise werden“, habe Robert Quinn, Direktor und Chief European Equity Analyst, gesagt. Neben der kontinuierlichen Stabilisierung der globalen Wirtschaftslage spreche auch der Verlauf vergleichbarer Krisen für eine anfangende Phase der Konsolidierung.

„Auch wenn Dauer und Verlauf früherer Krisen natürlich variieren, dauert es durchschnittlich fünf Jahre, bis es wieder zu einer Regeneration der Wirtschaft kommt“, habe Quinn gesagt und beziehe sich dabei auf frühere Entwicklungen in Finnland, Norwegen und Schweden. Hinsichtlich positiver Impulse auf dem Aktienmarkt würden sich die Analysten zuversichtlich geben: „Wir erwarten Erträge von rund neun Prozent oberhalb der aktuellen Werte (S&P Europe 350: 1.260; DJ STOXX 600: 310; FTSE 100: 6.300)“, so Quinn.

Bereits in diesem Jahr sollten weder das europäische Bankensystem noch die europäische Politik oder die öffentlichen Haushalte das Wachstum mehr bremsen können. „Für 2014 gehen wir davon aus, dass Finanz- und Regierungssektor der Wirtschaft positive Impulse geben. Diese Entwicklung wird bereits im zweiten Halbjahr 2013 auf den Aktienmärkten zu spüren sein“, habe Quinn gesagt. Die Rally zyklischer Werte auf Kosten von defensiven Papieren sollte dann zu einem Ende kommen – die Analysten würden erwarten, dass sich die Aufmerksamkeit der Investoren langfristig auf Finanzwerte richten werde.

Daneben würden die Analysten auch den Sektoren „Hotels, Restaurants, Freizeit“, „Nahrungsmittel und Getränke“ sowie „Haushaltsprodukte“ gute Aussichten bescheinigen. „Den Dienstleistungsbereich rund um Erdöl haben wir dagegen auf „gleichbleibend“ abgewertet, der Lebensmittel-Einzelhandel, Telekommunikation sowie Versorgungsunternehmen bleiben untergewichtet“, erläutere Quinn.

„Die positive Entwicklung des europäischen Aktienmarktes mit einer Steigerung von neun Prozent, gemessen am DJ STOXX 600 (Stand: Mitte November 2012), weist deutlich auf eine Erholungsphase hin“, resümiere Quinn. „Alle Ereignisse, die sich negativ auf die Märkte auswirken könnten, haben ihren Haupteinfluss am Anfang des Jahres: die Entwicklung der spanischen Rezession, der Ausgang der Wahlen in Italien und die weiteren Maßnahmen gegen die Fiskalklippe. Wir sehen jedoch in allen drei Fällen keine großen Gefahren für den langfristigen Aufwärtstrend.“ (14.02.2013/ac/a/m)