Eurozone: Licht am Ende des Tunnels wird sichtbar

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – EZB-Präsident Mario Draghi betonte vorgestern auf dem Neujahresempfang der IHK in Frankfurt, dass sich die dunkelsten Wolken über dem Euroraum verzogen haben und man vonseiten der Notenbank in diesem Jahr mit mehr Zuversicht in die Zukunft blicke als im Januar 2012, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

In der Eurozone habe die EZB mit dem „Ouright Monetary Transactions“-Programm im Prinzip die Rolle des „Lenders of Last Resort“ übernommen und damit wesentlich zum Abklingen der Krise um die Staatsfinanzen in der Eurozone beigetragen. Hinzu komme aktuell, dass in China in der Periode Oktober bis Dezember 2012 die BIP-Jahreswachstumsrate auf 7,9% angezogen habe und damit dort wohl die Trendwende zu höheren Werten eingeläutet worden sei. In den USA habe zudem die fiskalische Klippe – zumindest vorerst – umschifft werden können. Insofern dürfte sich die Stimmungslage bei den Einkaufsmanagerwerten zum Jahresanfang 2013 aufhellen.

Zwar werde damit Licht am Ende des Tunnels sichtbar, aber bis zum Wiedersehen von Helligkeit und Sonne sei es noch ein weiter Weg. Für die Eurozone erwarte man nach einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung in 2012 (Prognose: -0,5% gg. Vj.) auch für 2013 nochmals ein – wenngleich kleineres – Minus von 0,2%. Mit einem positiven Wachstumsmomentum rechne man erst wieder ab dem 2. Quartal 2013. Während Deutschland schon seit dem 1. Quartal 2011 das BIP-Niveau vom Jahresanfang 2008 wieder überschreite, rechne man damit, dass die Eurozone Ende 2014 das entsprechende reale BIP-Niveau vom noch um rund einen Prozentpunkt unterschreiten werde.

Bei der Schnellschätzung zum Einkaufsmanagerwert für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland rechne man im Januar mit einem Anziehen auf 47,2 Punkte. Der Tiefstand des letzten Jahres habe im Juli mit 43,0 Punkten hingenommen werden müssen. Im Dienstleistungssektor sollte mit 52,3 Punkten zum zweiten Mal in Folge die Expansionsmarke von 50 Punkten überboten werden. Für die Eurozone würden beide Werte trotz leichter Zuwächse im Monatsvergleich wohl weiter klar unterhalb des 50er-Schwellenwertes bleiben und damit weiterhin eine schrumpfende Wirtschaftsaktivität signalisieren. (24.01.2013/ac/a/m)