EZB: Kreditvergabe läuft nicht rund

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Die Stimmung an den Finanzmärkten hat sich in den vergangenen Wochen merklich aufgehellt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Kreditsituation in der Eurozone gestalte sich allerdings weiter schwierig. Die Vergabekriterien hätten sich im 4. Quartal laut EZB Lending Survey weiter verschärft. Das gelte besonders für die Kreditvergabe an private Haushalte. Für Unternehmen sei die Situation dabei in Spanien und Frankreich schwieriger, in Italien aber immerhin ein wenig leichter geworden. Doch nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage nach Krediten stocke. Beides dürfte der EZB gar nicht schmecken, zumal auch die Aussichten auf das 1. Quartal verhalten ausgefallen seien.

In den USA habe der Dienstleister ADP im Januar einen Beschäftigungsaufbau von 192.000 in der Privatwirtschaft gemeldet. Klarheit, wie gut sich die Situation am Arbeitsmarkt wirklich mausere, würden erst die offiziellen Zahlen am Freitag bringen. Eine Zinserhöhung der FED, die an eine Arbeitslosenquote von weniger als 6,5% gekoppelt sei, liege aber noch in weiter Ferne. Das gelte umso mehr, als dass das Wachstum nur schwer Tritt fasse. Im 4. Quartal sei das BIP überraschend um 0,1% (ann.) gesunken. Erwartet sei ein Wachstumsplus von 1,1% (ann.) gewesen. Die Komponenten würden allerdings nicht all zu dramatisch aussehen. Während der Konsum solide um 2,2% habe zulegen können und auch die Investitionen angezogen hätten (8,4%), hätten der Lagerabbau satte 1,3%-Punkte Wachstum gekostet und auch niedrigere Staatsausgaben das BIP belastet.

In diesem Umfeld überrasche es dennoch wenig, dass die FED beschlossen habe, den Leitzins aber auch das Ankaufvolumen von 85 Mrd. USD für Staatsanleihen und MBS-Papiere unverändert zu lassen. Der US-Dollar habe sich zum Euro dennoch nicht behaupten können. Die Gemeinschaftswährung habe im gestrigen Tagesverlauf die Hürde bei 1,355 USD zum Greenback hinter sich lassen können und damit eine Bodenbildung abgeschlossen, die den Weg für weitere Kursgewinne bis in den Bereich des 2004er-Hochs bei 1,3670 USD ebne. Auch zum Japanischen Yen sei mit dem Überwinden des Jahreshochs 2011 bei 123,37 JPY ein wichtiges Etappenziel erreicht worden. (31.01.2013/ac/a/m)