Fokus auf das G20-Treffen

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Nachdem sich gestern bereits Vertreter der Euro-Gruppe in Brüssel getroffen haben, um über die aktuelle wirtschaftliche Lage zu beraten und über das „Financial Sector Assessment Program“ (FSAP) des IWF zu diskutieren, steht beim heutigen Treffen des ECOFIN-Rates der Beschluss vom jährlichen Wachstumsbericht und von Prioritäten für den 2014er Haushalt auf der Agenda, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Neue Impulse dürften sich dabei nicht ergeben. Verstärktes Augenmerk sollte vielmehr dem am Freitag beginnenden G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankvertreter zuteil werden. Auf den Tisch komme dabei wohl das Thema „Wechselkurse“. Während die EZB zuletzt zwar betont habe, dass die Euro-Entwicklung kein Zielparameter der Notenbank sei, habe die Notenbank aber immerhin angedeutet, dass die Aufwertung der Einheitswährung ein Abwärtsrisiko für die Inflation darstelle. Bei einigen Mitgliedsländern der Eurozone mache sich derweil die Angst breit, dass ein zu starker Euro die Exportbelebung im Keim ersticke.

Vor allem zwischen Deutschland und Frankreich würden die Meinungen hier auseinander gehen. Jüngst habe Frankreichs Präsident Hollande eine aktive Wechselkurspolitik gefordert, um den Euro und die Unternehmen der Eurozone gegen Abwertungen anderer Währungen zu schützen. Bundeswirtschaftsminister Rösler aber auch EZB-Direktor Jörg Asmussen hätten derweil angemahnt, dass das Ziel eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und nicht die Schwächung der Währung sein müsse. Mit Blick auf die zuletzt zunehmend heterogene Entwicklung der Kernländer würden sich künftige Entscheidungsfindungen in der Eurozone eher weiter zu erschweren drohen.

Die am Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden BIP-Zahlen für das vierte Quartal dürften zwar sowohl für Deutschland (Erwartung: -0,5% gg. Vq.) als auch für Frankreich (Erwartung: -0,1% gg. Vq.) eine Schrumpfung der Wirtschaftsaktivität aufweisen. Während in Deutschland aber die konjunkturelle Talsohle durchschritten scheine, gebe es in Frankreich kaum Zeichen für eine Belebung in den kommenden Monaten. Der Spardruck auf die Regierung sei groß und die Wettbewerbsfähigkeit habe sich zuletzt weiter verschlechtert. Die Bank of Japan dürfte am Donnerstag die Hände still halten. Weitere Lockerungsmaßnahmen seien aber wohl nur eine Frage der Zeit. (12.02.2013/ac/a/m)