Globales Wachstum bleibt trotz umfangreicher Stimulierungen niedrig

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Vier Jahre nach der global schwersten Rezession der letzten 80 Jahre steckt die Weltwirtschaft noch immer in einer Flaute, so Dr. Eberhardt Unger von „fairesearch“.

Das geringe Wachstum verhindere einen Abbau der Arbeitslosigkeit. Regierungen und Notenbanken in aller Welt hätten in den letzten Jahren mit beispiellos umfangreichen Stimulierungsmaßnahmen versucht, die Volkswirtschaften wieder auf einen Weg stärkeren Wirtschaftswachstums zu bringen. Doch die Resultate seien bisher wenig ermutigend.

Wie die Weltbank feststelle, würden sich zwar die Stimmungsindikatoren verbessern, aber immer noch niedrig bleiben. Die im Januar festgestellten Indikatoren lägen in der Eurozone weiterhin unter 50%, was grundsätzlich auf Kontraktion weise. Die Industrieländer außerhalb der Eurozone hätten zwar die 50%-Linie wieder überschritten, würden aber auf niedrigem Niveau bleiben. Und selbst in China und den übrigen Schwellenländern würden die Indikatoren wenig Anlass zu sonderlichen Erwartungen geben.

Für 2013, 2014 und 2015 erwarte die Weltbank ein BIP-Wachstum für die Eurozone von -0,1, +0,9 und +1,4%. Die USA sollten um +1,9, +2,8 und 3,0% wachsen. Für Japan seien die Prognosen mit +0,8, +1,2 und +1,5% nicht sonderlich optimistisch. Selbst für China mit +8,4, +8,0 und +7,9% seien die Erwartungen nicht gerade rosig, da die Volksrepublik wegen ihres Bevölkerungswachstums mindestens +8,0% benötige, nur um am Arbeitsmarkt den Status quo zu erhalten. Aus dem gleichen Grund benötige Indien etwa 7%, erreiche aber nur +6,1, +6,8 und +7,0%. Brasilien mit +3,4, +4,1 und +4,0% sowie Russland mit +3,6, +3,9 und +3,8% kämen relativ etwas besser weg.

Geld- und Fiskalpolitik scheinen am Ende aller Möglichkeiten, so Dr. Eberhardt Unger. Langfristig berge die ultraexpansive Geldpolitik der Notenbanken doch Inflationsgefahren. Aufkäufe von Staatsanleihen würden allen klassischen Stabilitätsgeboten widersprechen. Die beste Konjunkturstimulierungspolitik einer Notenbank sei es, Inflationsgefahren gering zu halten. Auch die Fiskalpolitik sei am Ende, denn noch mehr Budgetdefizite und Staatsverschuldung würden kontraproduktiv wirken. In einigen Regionen (USA, Japan) steige die Neuverschuldung trotzdem weiter, in allen Ländern steige die Gesamtverschuldung immer noch an.

Die Frühindikatoren würden Anlass zur Hoffnung geben, dass sich die Weltwirtschaft in 2013 von ihrer Talsohle mit geringen Wachstumsraten lösen könne. Erwartungen des Beginns eines selbst tragenden Aufschwungs seien aber eine Illusion. (Ausgabe vom 27.01.2013) (28.01.2013/ac/a/m)