Goldbach Group: TV-Geschäft solide, aber schwächer als angenommen

Zürich (www.aktiencheck.de) – Andy Schnyder, Analyst von Vontobel Research, stuft die Goldbach Group-Aktie (ISIN CH0004870942/ WKN A0MP2C) in der aktuellen Ausgabe von „Vontobel Morning Focus“ unverändert mit „hold“ ein.

Das TV-Geschäft sei solide, aber es sei zu einer Verlangsamung in H2 gekommen, es gebe Unsicherheiten bezüglich der Zukunft: +4% im Jahresvergleich; +1,5% in H2 gegenüber 7,5% in H1. Die Analysten würden erwarten, dass sich der TV-Werbemarkt in den kommenden Jahren grundsätzlich ändern werde, und das könnte Goldbach schwer treffen: Das Fernsehen könnte seinen Reiz verlieren, da die Reichweite sinke (DVR, Video-on-Demand, IPTV); Internetwerbung und Delivery-Technologies (Echtzeit-Wetten, Targeting, Ad-Exchanges) dürften in den TV-Markt drängen (Goldbach veraltet?); vollentwickelter Markt.

Zuschauer immer noch schwach, aber besser in H2: -7% gegenüber -28% in H1. Da die Schwäche von den Vertragsverlusten in H1 gestammt habe, sei das bessere H2 ein gutes Zeichen, aber noch nicht genug, um die Analysten positiv zu stimmen: Mehrere Markttrends würden gegen Goldbach sprechen (steigender Wettbewerb, Preisdruck im Sektor, neue Wege im Bereich Werbeprovision, neue Form digitaler Werbung). Die Analysten würden den Goodwill in Gefahr sehen (CHF 21 Mio.).

Interactive erhole sich: H2 (+3%) sei besser als H1 (-8%) gewesen. Dieses attraktive Geschäft sei die Hoffnung für Investoren (gute Wachstumsaussichten, gute Margen), aber es sei zu klein und die Margen seien zu hoch (ständige Investitionen), um als Impulsgeber für den Aktienkurs zu gelten.

Als nächsten Kursimpuls sehe man die GJ 2012-Zahlen am 5. März (-).

Die Analysten würden ihre Prognosen leicht senken. Ihre Anlagebeurteilung bleibe unverändert. Der kürzliche Aktienkurssprung (+23% seit 1. Dezember) könne nach Erachten der Analysten mit der deutlichen Underperformance in den vergangenen zwei Jahren und mit dem Umstand erklärt werden, dass Goldbach nicht den Eindruck mache, teuer bewertet zu sein. Nach Ansicht der Analysten überschätze der Markt einerseits den Wert des TV-Geschäfts, unterschätze aber andererseits die Risiken (Online/TV). Die Analysten würden das Risiko-Rendite-Verhältnis für ungünstig halten und die Aktie daher nicht kaufen.

Die Analysten von Vontobel Research bestätigen ihr „hold“-Rating für die Goldbach Group-Aktie. Das Kursziel werde bei CHF 18 gesehen. (Analyse vom 22.01.2013) (22.01.2013/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.