Goldbach Group: Was bringt ein neues Quoten-Erhebungsverfahren?

Zürich (www.aktiencheck.de) – Andy Schnyder, Analyst von Vontobel Research, stuft die Goldbach Group-Aktie (ISIN CH0004870942/ WKN A0MP2C) in der aktuellen Ausgabe von „Vontobel Morning Focus“ unverändert mit „hold“ ein.

Die Mediapulse AG, eine „unabhängige“ Organisation, die sich auf die Erhebung der TV-Quoten spezialisiert habe, habe im Januar ein neues Quoten-Erhebungsverfahren eingeführt. Die neuen Daten, die stark von den letztjährigen abweichen sollten, seien bisher allerdings zurückgehalten worden, da einige Marktteilnehmer Zweifel über die Korrektheit des neuen Messverfahrens geäußert hätten.

Die „SonntagsZeitung“ zähle Goldbach Media-Kunden zu den Verlierern des neuen Messsystems: Die Großkunden von Goldbach Media wie RTL, RTL2 oder ProSieben sollten gegenüber dem Vorjahr 20 bis 30% Marktanteil verloren haben, während das Schweizer Fernsehen zugelegt haben solle.

Eine internationale Expertenkommission überprüfe derzeit das neue Messverfahren. Die Marktteilnehmer würden nicht vor März mit einem Ergebnis rechnen. Angesichts der Tatsache, dass das alte Messsystem 1985 eingeführt worden sei und das neue bereits in 25 Ländern zum Einsatz komme, hätten die Analysten zwar keinen triftigen Grund, an dessen Ergebnissen zu zweifeln, könnten aber ebenso wenig ein abschließendes Urteil fällen. Folglich bleibe es vorerst bei Spekulationen. Wesentlich geringere Marktanteile der Goldbach-Kunden würden früher oder später einen Umsatzrückgang für Goldbach Media bedeuten.

Der nächste Kursimpuls für die Goldbach Group-Aktie wären die GJ12-Ergebnisse am 5. März. Es würden keine Überraschungen erwartet, da der Umsatz bekannt sei.

Die Gerüchte rund um die TV-Quoten hätten am Ende möglicherweise keine negativen Folgen, aber wenn die Quoten stimmen würden, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass das starke TV-Geschäft von Goldbach darunter leiden werde. Daher verbessere sich das Risiko-Rendite-Verhältnis nicht. Obwohl das Unternehmen mit einer Verbesserung für 2013 rechne, rate man derzeit von einem Kauf des Titels ab: Die letzten 24 Monate hätten zu viele Enttäuschungen gebracht und die Hauptprobleme (Online-Positionierung, potenzieller langfristiger Wandel im TV-Werbungsmarkt) würden ungelöst bleiben.

Die Analysten von Vontobel Research bewerten die Goldbach Group-Aktie weiterhin mit „hold“. Das Kursziel sehe man bei CHF 18,50 (20% Abschlag gegenüber DCF-FV von CHF 22,80). (Analyse vom 25.02.2013) (25.02.2013/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.