Goldpreis: Weder Fisch noch Fleisch

Hannover (www.aktiencheck.de) – Der Zickzackkurs setzt sich nicht nur bei der wirtschaftlichen Erholung in der einen oder anderen Volkswirtschaft unvermindert fort und belastet die Wachstumsaussichten, sondern auch der Goldpreis ist derzeit weder Fisch noch Fleisch, so die Analysten der Nord LB.

Als Monatsdurchschnitt stünden 1.671,81 USD für den Januar zu Buche. Auf diesem Niveau befinde sich der Preis pro Feinunze mehr oder weniger auch zum Wochenauftakt. An dem grundsätzlichen Bild der Analysten habe sich wenig geändert – sie würden eine weiterhin hohe Nachfrage seitens der Zentralbanken und insgesamt ein freundliches Umfeld für den Goldpreis bedingt durch das noch immer niedrige Zinsniveau erwarten.

Auch wenn die Bank of Japan nicht gerade für einen Großteil des Goldpreisanstiegs der letzten Jahre verantwortlich zeichne, sei im aktuellen Sentiment jedoch nicht zu umgehen, dass die Japanische Zentralbank mit einem möglichen neuen Gouverneur an ihrer Spitze ab April noch expansiver agieren und die Märkte mit Liquidität stützen könnte. Dies würde der drittgrößten Volkswirtschaft ihrem neu gesetzten Inflationsziel in Höhe von 2% durch den neu gewählten Premierminister schneller entgegen bringen.

Je länger jedoch die Marke von 1.700 USD nicht nachhaltig habe überschritten werden können, desto unrealistischer könnte es im weiteren Jahresverlauf werden, neue Höchststände zu messen. Die USD-Schwäche helfe derzeit den Goldinvestoren in Euro ohnehin nicht. Für etwas übertrieben halte man den Ölpreisanstieg der letzten Wochen seit Mitte Januar. Mit Preisen am Spotmarkt bei 117 USD seien am Freitag für BFOE die höchsten Notierungen seit Mitte September 2012 erreicht worden.

Im Sog der guten Nachrichten von der US-Volkswirtschaft habe sich West Texas Intermediate bei knapp 98 USD behaupten können. Zuletzt habe ein Barrel der US-Sorte Anfang Mai 2012 über 100 USD gekostet. Ein baldiges Überschreiten scheine daher möglich, da WTI noch Aufholpotenzial gegenüber Brent gehabt habe und somit in Augen der Analysten zuletzt nicht so übertrieben gestiegen sei wie das Pendant aus der Nordsee. (04.02.2013/ac/a/m)