Große Zentralbank-Maßnahmen sind weiter in Mode

Stuttgart (www.aktiencheck.de) – Die japanische Notenbank reiht sich in den Reigen der Zentralbanken ein, die die Geldschleusen immer weiter öffnen, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Ihre Ankündigung, das Inflationsziel von 1 auf 2 Prozent zu erhöhen und unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, habe die Markterwartungen übertroffen. Viele Investoren seien davon ausgegangen, dass das japanische Anleihenkaufprogramm schrittweise ausgebaut werde. Es beginne sich ein gefährlicher Weg abzuzeichnen, denn die aggressive Abwertungspolitik der japanischen Regierung beziehungsweise Notenbank könnte den JPY entscheidend schwächen und somit den lang befürchteten Abwertungswettlauf in Gang setzen, der bis dato zum Glück während der Bewältigungsphase der Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise ausgeblieben sei. Insbesondere Schwellenländer, die das Weltwirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren gestützt hätten, würden negative Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit befürchten.

Die großen Zentralbank-Maßnahmen seien weiter in Mode und der Grund dafür sei, dass die Märkte annehmen würden, die Zentralbanken würden es schon richten. Ein Beispiel sei die jüngste Staatsanleihenauktion Spaniens, die überaus positiv verlaufen sei und stark überzeichnet gewesen sei. Die Frage stelle sich, ob das daran liege, dass die Schuldenkrise in Spanien ad acta gelegt werden könne, oder ob es ein Anzeichen des übergroßen Vertrauens in die EZB beziehungsweise des Rettungsschirms sei, der im Notfall schon einspringen werde. Der wachsende Optimismus zeige sich derzeit am deutlichsten in den Kursentwicklungen der „sicheren Häfen“. Bundesanleihen und US-Treasuries hätten deutliche Kursrückgänge erfahren, ebenso wie der Goldpreis oder Fluchtwährungen, wie der Schweizer Franken oder die Norwegische Krone.

Die Aktienmärkte würden sich derzeit sehr gut zeigen und würden durch eine leicht überdurchschnittlich positive Unternehmensberichtssaison sowie positive Stimmungsindikatoren, wie den zuletzt stark angestiegenen ZEW-Index, unterstützt. Die Aufwärtsdynamik habe sich nach den langen Kursanstiegen in dem Bereich durchschnittlicher Bewertungen aber deutlich verlangsamt. Für Neuengagements oder Aufstockungen biete es sich an, Korrekturen an den Aktienmärkten abzuwarten. (23.01.2013/ac/a/m)