Heutiger Tag ganz im Zeichen der Notenbankentscheidungen in Großbritannien und der Eurozone

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Notenbankentscheidungen in Großbritannien und der Eurozone, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Sowohl die Bank of England (BoE) als auch die EZB hätten im vergangenen Jahr verschiedene Maßnahmen zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft ergriffen. Daneben seien die Notenbanken aber auch darum bemüht gewesen, die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten. Dabei sei das Bekenntnis von EZB-Präsident Draghi zum Euro vom 26. Juli 2012 („Die EZB wird alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten.“) ein einschneidendes Ereignis gewesen. Die folgende Initiierung des Outright Monetary Transactions-Programms, bei dem die EZB unbegrenzt Staatsanleihen unter der Bedingung kaufen könne, dass ein Land dafür unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfe und sich einem strikten Reformprozess unterwerfe, könne als Erfolg gewertet werden. So seien die Renditen der damals stark unter Druck stehenden Peripherie-Staaten seither deutlich gesunken, ohne dass die EZB dafür bisher aktiv habe eingreifen müssen.

Die letzten Sentimentdaten aus der Eurozone würden zudem auf eine konjunkturelle Stabilisierung zum Jahresbeginn 2013 hindeuten. Dagegen könnte sich die seit der Draghi-Rede zu beobachtende Aufwertung des Euro (handelsgewichtet rund 10%) zunehmend belastend auf den Exportsektor der Volkswirtschaften im gemeinsamen Währungsraum auswirken. Dies sollte aber durch die Belebung des Welthandels überkompensiert und daher von der EZB auch nicht mit übermäßiger Aufmerksamkeit verfolgt werden. Der aktuelle „Bank Lending Survey“ habe insofern enttäuscht, als dass keine Belebung bei der Kreditvergabe der Banken signalisiert worden sei. Dennoch würden die Analysten mit keiner Änderung der monetären Rahmenbedingungen rechnen. Ähnlich in Bezug auf den Aktionismus sehe das Bild bei der BoE aus. Auch hier würden die Analysten vorerst mit einer Fortsetzung der „Politik der ruhigen Hand“ rechnen.

Nach den guten Daten zu den Auftragseingängen dürfte die Produktionsaktivität in Deutschland zum Jahresbeginn 2013 wieder anziehen. Für den Dezember 2012 würden die Analysten bei der Industrieproduktion aber noch mit einem Monatsminus rechnen. (07.02.2013/ac/a/m)